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The Signal
The Signal
© Capelight Pictures

Kritik: The Signal (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"The Signal" ist nach "Angels & Airwaves - Love" der zweite abendfüllende Film des gelernten Musikclip- und Werbe-Regisseurs William Eubank, der hier wie schon bei seinem Debüt auf die Elemente einer unheimlichen, stets bedrohlichen Atmosphäre und eines beeindruckenden, optisch bestechenden Set-Designs baut. Eubank schrieb auch hier wieder am Drehbuch mit, zur Seite stand ihm sein Bruder Carlyle Eubank, auf den einige der wesentlichen Inhalte und Ideen des Films zurückzuführen sind. "The Signal" kommt als Genre-Hybrid aus Charakter- bzw. Beziehungsdrama, Science-Fiction und Mystery mit einem starken ersten Drittel daher. Danach büßt der Film aufgrund einer immer abstruser werdenden Handlung und immer neuer Wendungen, die auf Dauer ermüden und sich in die Länge ziehen, jedoch an Qualität ein.

Die ersten 30 Minuten des Films sind ungemein stark und vereinen das Beste aus den beiden Genres Beziehungsdrama und Science-Fiction: Feinfühligkeit, sorgsam gezeichnete Charaktere, eine bedrohliche Stimmung sowie ein optisch beeindruckendes Produktions-design. Zu Beginn lässt sich Regisseur Eubanks viel Zeit und Raum für die ausführliche Einführung seiner unterschiedlichen Charaktere. Dabei macht er in vielen kleinen Zwischentönen, kurzen Szenen und Momenten die wesentlichen Wesens- und Charakterzüge der Drei sichtbar und bedient sich dafür auch immer wieder der Gestik und Mimik seiner talentierten Jung-Darsteller.

So werden dem Zuschauer bereits im Laufe der ersten Minuten Nics großes Talent sowie Gespür für logisches Denken und komplizierte Sachverhalte ebenso wie sein emotionales Gemüt deutlich. Gleichzeitig lässt sich in Nics unsicherem Verhalten und den befangenen, fast schüchternen Gesten ablesen, wie sehr er durch seine MS-Erkrankung eingeschränkt ist und letztlich auch befürchtet, deswegen früher oder später seine geliebte Haley zu verlieren. Diese sorgsame Einführung und Zeichnung der Charaktere hat natürlich zur Folge, dass einem die Figuren schnell ans Herz wachsen und der Zuschauer nach Ablauf der ersten halben Stunde, wenn der Film dunklere und bedrohlichere Töne anschlägt, intensiv mit den Protagonisten mitfiebert. Denn ab dem Moment, ab dem sich Nic und Haley in der geheimnisvollen Forschungseinrichtung befinden, entwickelt sich der Film endgültig vom Drama, das die Beziehungen der Hauptfiguren untereinander in den Mittelpunkt rückt, in Richtung Science-Fiction-Mystery. Die Szenen in der unterirdischen Station, in der visuell von den Anzügen der Wissenschaftler bis zu den Wänden alles vom klinischen Weiß bestimmt wird, gestalten sich vor allem auf optischer Ebene als sehr gelungen und vermitteln ein beständig bedrohliches Gefühl der Spannung und Unsicherheit. Dass das Film-Team mit einem Budget von nur zwei Millionen Dollar auskam, mag man aufgrund des perfekt aufeinander abgestimmten Set-Designs und der edlen Kulissen kaum glauben.

Jedoch büßt der Film ab diesem Zeitpunkt leider auch an Qualität ein, was vor allem zwei Dingen geschuldet ist: den immer neuen, überraschenden Wendungen, die schon recht bald ermüden und in einer zunehmend unglaubwürdigen Handlung gipfeln. Hinzu kommen die schier endlosen, in die Länge gezogenen Befragungs- bzw. Verhör-Szenen, die Regisseur Eubank auf jeden Fall hätte eindämmen und reduzieren müssen. So verliert der Film leider nicht nur an Spannung sondern strapaziert auch die Geduld des Zuschauers bis aufs Äußerste.

Fazit: Optisch betörend ausgestatteter Hybrid aus Drama, Mystery-Thriller und Science-Fiction, der sich viel Zeit für die Charaktereinführung nimmt aber ab dem zweiten Drittel aufgrund der immer abstruser werdenden Handlung an Qualität einbüßt.




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