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Rheingold - Gesichter eines Flusses
Rheingold - Gesichter eines Flusses
© Senator Film

Kritik: Rheingold - Gesichter eines Flusses (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Der vor allem durch Mittel- und Westeuropa fließende Rhein ist der wasserreichste Nordseezufluss und eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt. Mit seinen über 1200 Kilometern Länge zählt er zudem zu den längsten Flüssen des Kontinents. Seine Quellen liegen in den Alpen und fast 60 Millionen Europäer leben in seinem direkten Einzugsgebiet. Darüber hinaus ist der Fluss Mittelpunkt zahlloser Mythen und Legenden, unzählige Geschichten, Gedichte und Lieder haben ihn zum Inhalt. Über diesen Fluss haben die beiden Filmemacher Peter Bardehle und Lena Leonhardt, die bereits für die Natur-Doku "Die Alpen – Unsere Berge von oben" verantwortlich zeichneten, nun die herausragende, hochinformative und optisch berauschende Doku "Rheingold - Gesichter eines Flusses" gemacht, eine der stärksten Natur-Dokumentationen der letzten Zeit.

Bardehle und Leonhardt bedienen sich für ihren imposanten, bildgewaltigen Film vor allem jener Technik, die z.B. schon die Dokumentationen "Bavaria" und "Die Nordsee von oben" so sehenswert gemacht hat: sie nutzen ausschließlich Luftaufnahmen, um die spektakulären Landschaften, pompösen Landstriche aber auch eindrucksvollen Industrieanlagen sowie europäischen Metropolen entlang des Rheins sichtbar zu machen. Ausgehend von den Schweizer Alpen - wo das Quellgebiet des Rheins überwiegend im Schweizer Kanton Graubünden liegt - bahnt sich die Kamera ihren Weg entlang der unzähligen Mündungsarme, durch deutsche Lande, die Niederlande bis hin zur Nordsee. Dabei lassen die Macher keine Gebiete und Gegenden aus, fangen alles, sowohl prachtvolle Burgen und Schlösser als auch riesige Atomkraftwerke und Industrieanlagen, in wunderschönen Luftaufnahmen aus der Vogel-Perspektive ein.

Dabei macht der Film nicht nur die lange, wechselvolle Geschichte des größten und bedeutendsten Stromes in Europa deutlich, sondern zeigt auch auf, welch unterschiedliche und erhabene Naturräume der Rhein durchfließt: von den Alpen, dem nördlichen Alpenvorland sowie dem Bodensee-Gebiet (Vorarlberg, St. Gallen) über die Mittelgebirgs-schwelle (Rhön, Harz, Thüringer Wald u.a.) bis hin zum niederrheinischen Tiefland und dem idyllischen Mittelrheintal (Bingen, Rüdesheim, Koblenz). Sein Lauf gliedert sich dabei in verschiedene Teilabschnitte, die sich stark voneinander unterscheiden. Daher zeigt der Film auch stark wechselnde landschaftliche, territoriale Eindrücke. Zu sehen gibt es folglich neben den industriellen Großanlagen und Häfen z.B. in Duisburg und Rotterdam auch beeindruckende Baudenkmäler und herrschaftliche Burgen, die als Inbegriff der Rheinromantik gelten.

Gelungen ist zudem, dass sich hier zwei Sprecher die Arbeit teilen. Auf der einen Seite die Schauspielerin und Sprecherin Anne Moll, die die informativen Fakten und alles Wissenswerte zum Rhein liefert, auf der anderen Seite die dunkle, erhabene Stimme von Schauspieler Ben Becker, der als "Vater Rhein" in der Ich-Perspektive (mitunter ein wenig pathetisch anmutende) lyrische Texte und einige Gedichte rund um den Strom zum Besten gibt.

Fazit: Hochinformative, lehrreiche und bildstarke Doku über den wichtigsten europäischen Fluss mit zwei einnehmenden Erzählstimmen.




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