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Umsonst
Umsonst
© bbooksz av in kooperation mit joroni film, wave-line

Kritik: Umsonst (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Das Drama "umsonst" ist sieben Jahre nach "After Effect" (2007) der zweite Spielfilm von von Stephan Geene. Wie bereits sein Debüt, ist auch dies ein Film, in dem die Stadt Berlin der eigentliche Hauptdarsteller ist. "umsonst" beginnt gleich sehr hipp mit einer Metaebene, in welcher der Regisseur von seiner Idee erzählt, "es einfach mal fließen zu lassen". Dabei komme schon automatisch irgendetwas heraus. Irgendwas passiere schließlich immer, so wie "the light" verschwindet. - Er will damit sagen, dass es gerade dunkel wird. - Es folgt eine mit Musik unterlegte Autofahrt durch die in der Dämmerung erstrahlenden Lichter der Stadt. Das ist recht atmosphärisch. Da kann man auch wenig falsch machen. Dazu erfolgt die Einblendung der Credits. Der Titel "umsonst" wird explizit klein geschrieben, weil das besonders hipp herüberkommt. Diese Eröffnung ist bereits der erste atmosphärische Höhepunkt des Films. Der zweite ist der, in dem die jungen Protagonistin Aziza wortlos durch einen Park läuft. Wiederum dämmert es gerade und wird die Szenerie von aufdringlicher Musik unterlegt. - Dieser Film ist immer dann am stärksten, wenn man nicht allzu viel sieht und wenn vor allem nichts gesprochen wird.

Denn was die allesamt reichlich laienhaft agierenden Schauspieler von sich geben ist genauso banal und belanglos, wie der gesamte Film. Mit dem anfänglichen "einfach mal fließen lassen" hat der Regisseur vermutlich gemeint, dass man auch ohne eine Idee und unbelastet von Talent einen Film drehen kann, solange man aus Berlin kommt. So eröffnet sich erneut eine hippe Metaebene: "umsonst" ist offensichtlich ein Film von gelangweilten Berlinern über gelangweilte Berliner. Hierbei sind sich sowohl die konzeptlosen Filmmacher, als auch die von ihnen gezeigten planlosen jungen Stadtbewohner ihrer eigenen Wichtigkeit bewusst. Der Grund ihrer Bedeutung liegt schlicht darin, in Berlin zu wohnen. Das mag für einen lockeren WG-Abend unter gleichgesinnten Freunden der Filmemacher ausreichen, um sich gut 90 Minuten lang "umsonst" anzugucken. Alle anderen werden sich wahrscheinlich wesentlich besser unterhalten fühlen, wenn sie sich bei einem Berlinbesuch stilecht mit einem Latte Machiato in ein Café setzten und sich das Treiben auf der Straße ansehen. Da gibt es immer etwas Spannendes zu beobachten. Man muss nur "einfach alles einmal fließen lassen".

Fazit: "umsonst" will ein hippes Drama über langweilige Berliner Hipster sein und ist dabei selbst so konzept- und belanglos, dass die mit diesem Film verbrachte Lebenszeit definitiv "umsonst" ist.




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