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Die langen hellen Tage
Die langen hellen Tage
© absolut MEDIEN

Kritik: Die langen hellen Tage (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Die langen hellen Tage" ist ein Drama, bei welchem der Deutsche Simon Groß und seine georgische Freundin Nana Ekvtimishvili erstmals gemeinsam sowohl das Drehbuch verfasst, als auch Regie geführt haben. Der Film schafft eine einzigartige Symbiose aus einer großen Realitätsnähe und einer Atmosphäre voller Poesie. Der Film zeigt, dass selbst inmitten von großer Armut und Schmutz eine große Schönheit und Menschlichkeit gedeihen können. Die Filmemacher verbinden einen scharfen Blick für die harte soziale Realität mit einer Liebe für prägnante Details mit einem spürbaren großen Wohlwollen für die gezeigten Menschen. So zeigen sie auch Dinge, wie den Gegensatz zwischen den erzkonservativen Moralvorstellungen und der Hemmungslosigkeit, mit der jeder vom Kind bis zum Greis lautstark schimpft und pöbelt. Hier gibt es kein Schwarz und kein Weiß und niemanden, der einfach nur gut oder nur schlecht ist. Zugleich ist nicht jeder Protagonist gleich sympathisch.

"Die langen hellen Tage" erzählt von dem Kampf einer neuen jungen Generation heranreifender Frauen in diesem postkommunistischen Staat um ein selbstbestimmtes Leben der Freiheit und der Selbstverwirklichung, inmitten eines gesellschaftlichen Umfelds, das weder Unterstützung noch Orientierung bietet. Die alte Gesellschaftsordnung zerbricht; ihre Normen und Werte erscheinen als gleichermaßen einengend, wie überkommen. Doch zugleich ist auch noch keine wahre Alternative greifbar. So sind Eka und Natia bereits im jungen Alter von nur 14 Jahren ganz auf sich alleine zurückgeworfen. Ihr Prozess des Erwachsenwerdens ist ein ganz anderer und ungleich schwierigerer, als der in einer freien Gesellschaft, die unterschiedlichste Lebensmodelle bereithält. Natürlich machen die beiden Freundinnen auf ihren schwierigen Weg auch Fehler. Aber trotzdem glauben die Filmemacher an sie. Wunderschön.

Fazit: "Die langen hellen Tage" ist ein sehr unterhaltsamer und sehr schöner Film, der tief berührt und inmitten der gezeigten harschen Realität Hoffnung auf die Möglichkeit eines Wandels hin zu einer besseren Zukunft macht.





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