VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Dirk Nowitzki - Der perfekte Wurf
Dirk Nowitzki - Der perfekte Wurf
© NFP marketing & distribution

Kritik: Dirk Nowitzki - Der perfekte Wurf (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Nach "Klitschko" ist "Nowitzki" die zweite Kino-Dokumentation von Sebastian Dehnhardt, der sich bisher vor allem durch seine historischen ZDF-Dokumentationen ("Hitlers Helfer") einen Namen gemacht hat. Dehnhardt beweist mit diesem Film, der in knapp 90 Minuten, den Aufstieg und das Leben eines der größten Basketballers aller Zeiten nachzeichnet, sein Gespür für nachdrückliche, umfassende Sport-Dokus, die auch die kritischen und negativen Aspekte im Leben der porträtierten Person nicht außer Acht lassen.

Mit Dirk Nowitzki steht einer der erfolgreichsten Sportler der letzten 20 Jahre und einer der besten NBA-Basketballspieler aller Zeiten im Fokus des dokumentarischen Interesses. Dabei kommt Nowitzki vergleichsweise spät zum Basketball, in den Anfangsjahren scheinen Sportarten wie Tennis oder Handball wichtiger, zumal Nowitzkis Vater selbst ein erfolgreicher Handballspieler war und seinen Sohn am liebsten auch in diesem Sport sehen würde. Schon kurz nachdem der Teenager mit 15 Jahren in den Basketball-Verein seiner Würzburger Heimat eingetreten ist, zeichnet sich sein Talent für diesen Sport ab. Er besticht durch eine hohe Spiel-Intelligenz, Übersicht und die – für einen Spieler seiner Größe – bemerkenswerte Trefferquote. Nowitzki fällt bald auch dem ehemaligen Basketball-Nationalspieler Holger Geschwindner auf, der kurz darauf der persönliche Trainer und Förderer des "German Wunderkindes" wird. Gemeinsam erarbeiten Nowitzki und Geschwindner – ein studierter Mathematiker – komplexe, auf mathematischen Erkenntnissen beruhende Trainingsmethoden.
Das intensive, jahrelange Einzel-Training zahlt sich schließlich 1998 aus, als Nowitzki die einmalige Chance erhält, in die NBA und damit die beste Basketballliga der Welt zu wechseln. Nach kleinen Startschwierigkeiten entwickelt sich Nowitzki zu einem der herausragenden Spieler der Liga, Sport-Legende Magic Johnson bezeichnet ihn schon bald als "einen der größten Basketballer aller Zeiten".

Chronologisch angeordnet, startet "Nowitzki" zunächst bei dessen Anfängen in den frühen Neunziger Jahren, als er in seiner unterfränkischen Heimat Würzburg mit dem Sport beginnt. Stück um Stück arbeitet sich der Film dann langsam und kontinuierlich bis zur großen Karriere in der NBA vor, die 1998 beginnt und damit natürlich auch inhaltlich den größten Raum einnimmt. Höhepunkt: der Gewinn der Meisterschaft im Jahre 2011. Gelungen ist, dass neben den Familienmitgliedern immer wieder auch ehemalige Mannschaftskollegen und Freunde aus Jugendtagen zu Wort kommen und davon berichten, wie alles angefangen hat. Hinzu kommen noch etliche private Videoaufzeichnungen sowie Kinder- und Jugendfotos von Nowitzki, die einen spannenden "visuellen" Eindruck der Anfangstage vermitteln.

"Nowitzki" bietet eine ganze Reihe weiterer Interviews mit bekannten Sportlern und früheren Konkurrenten wie Steve Nash, Jason Kidd oder Kobe Bryant, die sich als sympathische und auskunftsfreudige Gesprächspartner erweisen und dem Film eine hohe Glaubwürdigkeit verleihen. Auch ist es ein großes Glück, dass "Nowitzki" eine Sportlerpersönlichkeit ins Zentrum rückt, die trotz allen Erfolgs nie an Bodenhaftung eingebüßt und sich ein herzliches, angenehmes Wesen bewahrt hat – so berichten es Freunde und Weggefährten, dies wird aber auch immer wieder durch die von Nowitzki selbst dargelegten Äußerungen deutlich.
Das größte Plus des Films ist aber, dass es sich bei ihm nicht um ein allzu einseitiges, beschönigendes und glattpoliertes Sportler-Porträt handelt sondern auch diejenigen Vorkommnisse und Momente im Leben von "Dirkules" beleuchtet, die weniger erfreulich und positiv sind. Das fängt beim bereits in der Jugend vorhandenen Erfolgs-Druck an, ein erfolgreicher Sportler zu werden (Nowitzkis Schwester und Mutter spielten beide für die Basketball-Nationalmannschaft) und verläuft über die Probleme im ersten NBA-Jahr bis hin zum Skandal um seinen Förderer und engsten Vertrauten Geschwindner, der 2006 wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt wird.

Fazit: Facettenreiche, spannende Doku über einen der größten Sportler unserer Zeit, die auch die unschönen Karriere-Momente beleuchtet.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.