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Song from the Forest
Song from the Forest
© Real Fiction

Kritik: Song from the Forest (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Regisseur Michael Obert arbeitet seit Jahren als Reise-Journalist für Reportage-Magazine wie GEO oder National Geographic und schrieb auch für die Magazine der ZEIT und der Süddeutschen Zeitung. Als er vor einigen Jahren von der außergewöhnlichen Geschichte des Musikwissenschaftlers Louis Sarno hörte, war ihm schnell klar, daraus eine große Story machen zu wollen. Dass daraus schließlich sein erster Film entstehen würde, war zu Beginn nicht zu erwarten. Eine einfache Print-Reportage wäre dieser mitreißenden, fast poetischen Geschichte und ihren Protagonisten, in deren Welt es so sehr auf Klänge und Visualität ankommt, bei weitem jedoch nicht gerecht geworden. "Song from the forest" ist ein starkes, einnehmendes Filmerlebnis, das zu jeder Zeit versucht, die Sinne des Zuschauers anzusprechen. Dabei lässt sich der Film grob in zwei Teile gliedern: der Erste zeigt den Alltag der Bayaka und das Leben im Urwald, der Zweite begleitet Sarno und seinen Sohn in die fremde Welt des Metropolen-Molochs New York.

Es sind erhabene Bilder, die Regisseur Obert findet, um diese außergewöhnliche Geschichte zu erzählen. Der eine Teil des Films macht Sarnos Alltag bei dem afrikanischen Volk deutlich und zeigt auf, wie primitiv und einfach die Bayaka auch heute noch leben. Die Kamera ist dabei, wenn die Stammesmitglieder, von denen die meisten aufgrund eines Gendeffekts eine geringe Körpergröße aufweisen, gemeinsam Essen zubereiten, traditionelle Tänze aufführen oder auf die Jagd gehen. Unterlegt ist ein Großteil der Szenen dabei mit eben jenen schwelgerischen Bayaka-Klängen, die auch Louis damals, als kleiner Junge, hörte. In eine ganz andere Welt taucht dieser mit seinem Sohn beim Besuch von New York ein. Die Großstadt wirkt auf die Beiden, vor allem aber auf Louis, erschreckend und verstörend. Es ist eine konträre Welt, so ganz anders als der heimische Dschungel in Zentralafrika, mit denen die zwei Bayaka konfrontiert werden. Es ist eine große Stärke des Films, die beiden Besucher genau dabei beobachten zu können, wie sie diese Reizüberflutung verarbeiten und mit der befremdlichen Situation umgehen.

FAZIT: Melancholische, poetische Reise in eine fremde Kultur, unterlegt mit stimmungsvollen, erhabenen Klängen.





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