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Deutschlands wilde Vögel Teil 2 - Die Reise geht weiter
Deutschlands wilde Vögel Teil 2 - Die Reise geht weiter
© APZ Medienproduktion u. Vertrieb GmbH

Kritik: Deutschlands wilde Vögel 2 - Die Reise geht weiter (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Naturschutz und Naturerlebnis lassen sich vereinen", lautet das Credo von Hans-Jürgen Zimmermann, der seit 1977 über 170 Tierfilme für das Fernsehen gedreht hat. Besonders die Vogelwelt fasziniert den 64-Jährigen. Sein Kinofilm "Deutschlands wilde Vögel" von 2013 erhält nun eine Fortsetzung, in der es zu weiteren ausgewählten Beobachtungsplätzen für Arten geht, die man nicht oft zu sehen bekommt. Die Aussichtspunkte sind für eigene Erkundungen geeignet. Selbst dort, wo es sich um Schutzgebiete handelt, werden dem Film zufolge Exkursionen angeboten oder gibt es Beobachtungsplattformen für Zaungäste.
Ein unsichtbarer Sprecher stellt die typische Tierwelt an jedem der acht in Deutschland verstreuten Biotope – wie etwa Steilküste, Feuchtwiese, Moor, sonnenverwöhnte Weinbauregion – vor. Zimmermann, der ebenfalls fast nie zu sehen ist, fängt mit der Kamera auch Insekten, Gämsen oder die Smaragdeidechse ein. Weil viele Aufnahmen im Frühjahr, zur Zeit der Balz und des Nestbaus, gemacht wurden, erklingt häufig der Ruf des Kuckucks. Anders als in der Realität bekommt man ihn aber auch zu sehen. Nach dieser allgemeinen Einführung in die Fauna am jeweiligen Ort konzentriert sich Zimmermann dann meistens auf ein bis zwei typische Vogelarten, die dort gut beobachtet werden können. Die Informationen zu ihrer Lebensweise sind sparsam und punktuell. Immer wieder gibt es besondere Highlights, zum Beispiel wenn die Kamera frisch geschlüpfte Weißstörche einfängt oder die Luftkapriolen balzender Wiesenvögel verfolgt.
Der Stil des Dokumentarfilms ist auf beinahe schon altmodische Weise puristisch: Es gibt keine Computeranimationen und andere Effekte wie Zeitlupenaufnahmen. So hat der Zuschauer oft das Gefühl, selbst mit dem Fernglas an Ort und Stelle zu stehen. Besonders reizvoll sind die vielen Tierstimmen in der freien Natur, wie das Quaken der Frösche oder die spitzen Schreie der Alpendohlen. Zu Beginn macht sich zwar eine üppige Musikuntermalung recht störend bemerkbar, aber sie dient dann bald nur noch dazu, die Übergänge von einer Station zur nächsten akustisch zu begleiten. Reiselustigen, die nicht nur Vögel beobachten wollen, sondern auch an der Kultur und Geschichte der jeweiligen Region interessiert sind, will der Film ebenfalls ein paar Hinweise geben. Inwiefern jedoch Bilder des Speyrer Doms oder von schmucken Städtchen mit alten Häusern zur einer Naturdoku passen, darüber lässt sich sicher streiten. Insgesamt aber dürfte dieser liebevoll gestaltete Almanach von Vogelbiotopen die Herzen naturverbundener Zuschauer höher schlagen lassen.

Fazit: Der zweite Teil der Naturdokumentation "Deutschlands wilde Vögel" stellt acht weitere lohnende Beobachtungsplätze vor, die von interessierten Zuschauern selbst aufgesucht werden können. Neben den schönen Aufnahmen einzelner Tiere und ganzer Schwärme überzeugen auch die Informationen zur Entstehung und Besiedelung wichtiger Schutzgebiete.





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