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Abschussfahrt
Abschussfahrt
© Constantin Film

Kritik: Abschussfahrt (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Abschussfahrt" ist der erste Film des Münchner Regisseurs Tim Trachte seit seinem auf dem SoHo International Film Festival ausgezeichneten Thriller "Davon willst du nichts wissen". Trachte studierte an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen und suchte sich als Handlungs- und Drehort für seine Coming-of-Age-Komödie "Abschussfahrt" die tschechische Metropole Prag aus, die laut Trachte etwas "dunkles ausstrahlt". Alles andere als dunkel und düster, sondern vielmehr wild, schrill und garniert mit Brachial-Gags ist sein neuer Film, für den sich der Regisseur ebenso von US-Teenie-Komödien wie "Road Trip" oder "American Pie" inspirieren ließ wie auch von erfolgreichen Party-Filmen der letzten Jahre, wie etwa "Project X" oder "Hangover".

Dabei erreicht der Film leider zu keinem Zeitpunkt die komödiantische Qualität seiner bekannten, über die Maßen gelungenen Teenie-Film-Vorbilder, was vor allem an zwei Dingen liegt: die Figuren lassen einen über die gesamten Strecke des Films weitgehend kalt, was vor allem am steifen, unmotivierten Spiel der Jung-Darsteller liegt. Denen fehlt es zu weiten Teilen schlicht an Charisma und Ausdrucksvermögen. Einzig "Fack ju Göthe"-Star Max von der Gröben vermag als (sehr kreative Namensgebung) "Max" einige wenige Akzente zu setzen. Zweiter Aspekt: die oft mit dem Vorschlag-Hammer präsentierten, sich nicht selten weit unterhalb der Gürtellinie abspielenden Sex-, Titten-, Sauf- und Kotzwitze, die man natürlich schon viel öfter viel besser und witziger präsentiert bekam.

Es wird gekotzt, gereiert, gesoffen und das alles an der Grenze zum schlechten Geschmack, aber das sind wohl auch die Zutaten, die den Film für die Hauptzielgruppe der männlichen Teenager so interessant und auch unterhaltsam machen dürfte. (Viele) Jungs zwischen 13 und 18 reagieren nun einmal stark auf nackte Haut, edle und teure Luxusschlitten und ausufernd-ausschweifende Party-Nächte - und davon biete der Film zu Hauf. Insofern könnte er die kommerziell gesteckten Ziele trotz seiner leicht unterdurchschnittlichen Qualität erreichen. Und zugegeben: die optischen bzw. technischen Spielereien und Kamera-Tricks der Macher (Zeitlupe, Zeitraffer und Stop-Motion) werden durchaus gelungen und zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt und zeugen zumindest von visuellem Verständnis.

Fazit: Überdrehte, mit abgedroschenen Sex- und Sauf-Witzen ausgestattete Teenie-Komödie, die jedoch einige gute optische Spielereien zu bieten hat und der Zielgruppe aufgrund des hohen Anteils an nackter Haut und wilden Party-Szenen zusagen könnte.




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