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Love Supreme - Sechs Saiten und ein Brett
Love Supreme - Sechs Saiten und ein Brett
© Aries Images

Kritik: Love Supreme - Sechs Saiten und ein Brett (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Dass der Film dennoch über weite Strecken gelungen und - vor allem natürlich für Gitarristen und Musikfans - ungemein unterhaltsam geraten ist, liegt an drei Dingen: an der Fülle unterschiedlicher, zumeist äußerst prominenter Künstler, die sich zu ihrem Instrument äußern, an den wiederholt eingestreuten, meditativ wirkenden Bildern vom Gitarrenbau und letztlich den dynamischen Live-Bildern und Konzert-Aufnahmen, die das Instrument und ihre Musiker rund um die Welt in Aktion zeigen.

Allzu objektiv und kritisch ist "A Love Supreme" natürlich nicht geraten, wenn sich die interviewten, passionierten Gitarristen und Gitarrenbauer an Huldigungen und Lobeshymnen gegenseitig übertreffen. Sie alle haben eines gemeinsam: Für sie ist die Gitarre eines der "wichtigsten Instrumente der Welt", dass ein "Leben von Beginn an verändert". Auf der anderen Seite hat es aber durchaus Charme, wenn beinharte, tätowierte Rocker und gestandene Männer bei der Beschreibung der Beziehung zu ihrem Instrument nicht mehr aus dem Schwärmen heraus kommen - funkelnde Augen inbegriffen. Auf Informationen aus dem Off und einordnende Kommentierung verzichtet der Film völlig, Zuschauer, die sich hier also Erhellendes und Wissenswertes über Rockmusik oder die Geschichte des Instruments erhoffen, sind hier falsch.

Auch ist die Häufigkeit der Nennung der Gitarren-Manufaktur "Duesenberg" in Hannover zwiespältig zu bewerten. Die rein positiven Bewertungen der Qualität der "Duesenberg"-Zupfinstrumente durch die Künstler und Musiker sorgen zudem dafür, dass "A Love Supreme" durchaus auch als Werbefilm für den 1986 gegründeten Instrumentenbauer verstanden werden kann. Die Filmemacher König und Neumann wissen dieses inhaltliche Element aber auch gut für sich und den Film zu nutzen, da die immer wieder eingestreuten Bilder von der sinnlichen (Hand-) Arbeit der Gitarrenproduktion etwas meditatives haben und einen angenehmen Kontrast zu den vielen, impulsiven Live-Ausschnitten darstellen. Diese zeigen auf dynamische Art und Weise internationale Größen der Pop- und Rockmusik auf der Bühne, wie sie mit ihrem Instrument verschmelzen: von Peter Maffay und Marius Müller-Westernhagen über Tito & Tarantula und Mike Campbell (Tom Petty & the Heartbreakers) bis hin zu Sessionmusiker Tom Bukovac und Dave Stewart von den Eurythmics. König und Neumann gelingt es zudem, all diese Musiker zu persönlichen Statements zu bewegen. Wer also immer schon wissen wollte, wie Peter Maffay ganz persönlich zu seiner Gitarre steht, der sollte sich "A Love Supreme" nicht entgehen lassen.

Fazit: Wenig objektive und informationsarme Liebeserklärung an das sechssaitige Instrument mit kraftvollen Live-Aufnahmen und unterhaltsamen persönlichen Statements gestandener Künstler.







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