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Doktor Proktors Zeitbadewanne
Doktor Proktors Zeitbadewanne
© Senator Film

Kritik: Doktor Proktors Zeitbadewanne (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nach "Doktor Proktors Pupspulver" schafft es nun auch der zweite Teil von Jo Nesbøs erfolgreicher Kinderbuchreihe auf die große Leinwand. Wie schon der Vorgänger kann allerdings auch "Doktor Proktors Zeitbadewanne" nicht mit der gelungenen literarischen Vorlage mithalten und setzt zu sehr auf albernen Klamauk und überdrehte Scherze.

Das Tempo ist zwar größtenteils wieder einmal recht flott und das bunte Setdesign durchaus stimmig. Trotzdem verliert die Handlung im direkten Vergleich mit dem Buch an Nuancen, Dynamik sowie Charme. Das ist vor allem bedauerlich, da so viele Einfälle und Figuren wie bei einer Nummernrevue lediglich aneinandergereiht werden, statt eine lebendige Welt zu bevölkern. Selbst die Stärken der Produktion drohen somit unterzugehen: Die gut besetzten jungen Hauptdarsteller Emily Glaister und Eilif Hellum Noraker etwa kommen in "Doktor Proktors Zeitbadewanne" weniger zur Geltung als noch im Vorgänger und werden von den zahlreichen Nebenfiguren immer wieder an den Rand gedrängt.

Ärgerlich ist außerdem, dass der erneut von Arnild Fröhlich inszenierte Film, so manches Mal an seinem jungen Publikum vorbeierzählt: Während einige Witze ganz schön altbacken wirken, richten sich andere, reichlich absurde Gags eher an erwachsene Zuschauer. So findet "Doktor Proktors Zeitbadewanne" nur in wenigen Szenen den richtigen Ton und schwankt sonst meistens unbeholfen zwischen den Extremen. Überdrehte Albernheit und langatmige Sequenzen vermischen sich so zu einem anstrengenden und unbefriedigenden Kinoerlebnis.

Fazit: Wie schon dem Vorgängerfilm gelingt es auch "Doktor Proktors Zeitbadewanne" nicht mit der literarischen Vorlage mitzuhalten. Der mal überdrehten, mal altbackenen Produktion mangelt es an Nuancen, Dynamik und vor allem dem besonderen Charme, der Jo Nesbøs Buchreihe ausmacht. Selbst das bunte Setdesign und die jungen Hauptdarsteller können der unbeholfenen und letztlich anstrengenden Inszenierung wenig entgegensetzen.





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