VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Sevimli Tehlikeli
Sevimli Tehlikeli
© AF Media

Kritik: Sevimli Tehlikeli (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

"Sevimli Tehlikeli" heißt auf Türkisch so viel wie "Süß Gefährlich". Zwei Attribute, die auch auf den Film zutreffen (sollen). Er ist klebrig süß und möchte vor allem in der zweiten Filmhälfte als spannende Abenteuer-Story "Gefahr" suggerieren und den Zuschauer fesseln. Regie führte hier der türkische Autor, Sänger und Schauspieler Özcan Deniz, der seine größten Erfolge sonst als Musiker arabesker Richtungen feiert oder erfolgreich Drehbücher für beliebte türkische TV-Serien wie z.B. "Kader" verfasst. Den Einstieg ins Regie-Geschäft hätte er sich vielleicht sparen sollen, zumindest, wenn so etwas banales und belangloses wie "Sevimli Tehlikeli" herauskommt. Ein klischeeüberfrachteter, ultra-kitschiger und unlustiger Film, der auf Teufel komm raus eine moderne Aschenputtel-Geschichte erzählen will und dabei auf ganzer Linie scheitert.

Viele Filme kranken an einer hanebüchenen, unrealistischen Geschichte, aber hier ist sie besonders unglaubwürdig geraten: Im Zentrum von "Sevimli Tehlikeli" steht die "Prinzessin" Zelis (sie wird im Film auch so genannt), die in ihrem Traumschloss auf den Mann fürs Leben wartet. Eines Tages verliert sie ihr Herz ausgerechnet an einen Mann, der bei ihr einbrechen wollte. Doch damit nicht genug: Sie begleitet ihn sogar bei seiner Flucht. So weit, so unwahrscheinlich. In der ersten Hälfte versucht sich der Film als modernes, mit allerlei (unterirdischen) Gags garniertes, klischeehaftes (der Traumprinz erscheint auf einem weißen Ross) Liebes-Märchen mit viel Gefühl. Scheitert aber allein schon bei diesem Versuch völlig.

Vor allem das Chaos und die slapstickhaften Momente, die etwa entstehen, wenn sich die Beiden das erste Mal über den Weg laufen (Stichwort: demolierte Wohnung), sind nervtötend und wenig unterhaltsam. Genauso das zweite Aufeinandertreffen, als Zarok plötzlich nackt vor Zelis steht. Und echte Romantik bzw. Chemie zwischen den Liebenden mag auch nie wirklich aufkommen. In der zweiten Filmhälfte wird "Sevimli Tehlikeli" dann von der Rom-Com zum abenteuerlastigen Actionfilm bzw. er versucht dies zu werden. Vor allem ab dem Zeitpunkt, als Zelis` Vater und ihr eigentlich versprochener Mann Jagd auf die Flüchtigen machen. Doch auch an dieser Stelle zündet der Film aufgrund mangelnder Spannung und vorhersehbarer Story-Entwicklung nicht.

Fazit: Auf ganzer Linie enttäuschender, ebenso banaler wie unwitziger Versuch, die Genres Romnatic-Comedy und Action-Abenteuer zusammenzuführen.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.