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Housebound
Housebound
© MFA Film © Drop-Out Cinema eG

Kritik: Housebound (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Auch den Zuschauer erwartet in dieser neuseeländischen Horrorkomödie so manche unerwartete Wendung. "Housebound" bedient zunächst die meisten an den Hounted-House-Horror geknüpften Erwartungen. Aber nach und nach dreht der smarte Horror-Spaß das Genre gehörig auf links. Es gilt allerdings die behäbige erste Stunde durchzustehen, die recht ereignisarm ausgefallen ist. Dafür entschädigen jedoch zu einem großen Teil die guten Darsteller und die gelunge Gruselatmosphäre. Insbesondere Kyle ist perfekt in der Hauptrolle. Die Frische, die sie in den Film hineinbringt, setzt sich im Setting fort. Das Haus ist kein jahrhundertealtes feuchtes Gemäuer voller Spinnweben und Feldermäuse, sondern ein gewöhnliches Wohnhaus.

Autor und Regisseur Gerard Johnstone nimmt in seinem Kinodebüt eine erfolgreiche Entstaubung des alterwürdigen Geisterhausfilms vor. Der Filmemacher ist ein Beispiel dafür, dass in Neuseeland junge Talente die Nachfolge von Peter Jackson angetreten haben. Jener war - bevor er sich in das Blockbusterland in Mittelerde begeben hat - einst für schräge Horror-Komödien wie "Bad Taste" (1987) und "Braindead" (1992) bekannt. Im Vergleich zu dem wüsten Fun-Splattertreiben in Jacksons Frühwerk - "Braindead" galt seinerzeit immerhin als der Film mit der blutigsten halben Stunde der Filmgeschichte - ist "Housebound" jedoch ungleich zurückhaltender.

Statt groben Humors und garstiger Effekte dominieren in "Housebound" lange eine zurückhaltende Spannung und eine dichte Atmosphäre. Wenn Regisseur Johnstone in der letzten halben Stunde dann doch den wahnsinnigen Kiwi-Köter von der Leine lässt, ist dies dafür umso effektiver. Am Ende bleibt von diesem Horror-Spaß ein so positiver Gesamteindruck zurück, dass "Housebound" auf dem Fantasy Filmfest 2014 vom Publikum der "Fresh Blood Award" für den besten Nachwuchsfilm verliehen wurde.

Fazit: "Housebound" braucht recht lange, um in Schwung zu kommen. Gegen Ende überschlagen sich jedoch die haarsträubenden Ereignisse. Der Film verpasst dem angestaubten Haunted-House-Horror eine angenehme Frischzellenkur.




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