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Mike and Dave Need Wedding Dates
Mike and Dave Need Wedding Dates
© 20th Century Fox

Kritik: Mike and Dave Need Wedding Dates (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die Prämisse, auf der die Chaos-Komödie "Mike and Dave Need Wedding Dates" basiert, entstammt der Realität: Tatsächlich gaben die Brüder Mike und Dave Stangle im Jahre 2013 eine Internetanzeige auf, die viral ging und den beiden eine gewisse Bekanntheit einbrachte. Der Rest – vom paradiesischen Schauplatz Hawaii bis zu den wilden Begleiterinnen, für die sich ihre Leinwand-Pendants entscheiden – ist jedoch eine Erfindung des Drehbuchs von Andrew Jay Cohen und Brendan O'Brien, die gemeinsam bereits die Skripts zu den "Bad Neighbors"-Teilen (mit-)schrieben. Der Regisseur Jake Szymanski, der bisher im TV- und Kurzfilm-Bereich tätig war, setzt den leichtgewichtigen Stoff recht einfallslos um, kann aber streckenweise auf das (Improvisations-)Talent seines Ensembles bauen.

Zu den raren originellen Ideen der Inszenierung zählt der Einstieg, der die beiden Protagonisten als allseits bejubelte Feier-Könige einfängt – was sich rasch als Fantasie entpuppt, die kaum weiter von der Wirklichkeit entfernt sein könnte: Anhand diverser Videoaufzeichnungen bekommen Mike und Dave von ihren Eltern schmerzlich demonstriert, dass sie mit ihrer exzessiven Art eher Party-Zerstörer als Party-Macher sind. Wenn sich die Brüder sodann auf die Suche nach Dates begeben, warten Drehbuch und Regie zunächst nur mit albernen bis ärgerlichen Klischees auf – bis mit den gefeuerten Kellnerinnen Alice und Tatiana zwei durchaus interessante Figuren ins Spiel kommen. Anna Kendrick ("Pitch Perfect") und Aubrey Plaza ("Parks and Recreation") werfen sich mit Verve in ihre überzogenen Rollen und sorgen damit für die gelungensten Momente des Films: Wie Kendrick als Alice etwa versucht, ihren spontan erdachten Wall-Street-Job und den Begriff "Hedgefond" zu erklären ("Den hedgen wir hart!") oder wie sie später bei einem Ecstasy-Trip alle Hemmungen fallen lässt, zeugt von der comedy-Begabung des Oscar-nominierten Jungstars – und auch Plaza versteht es, das Publikum mit Sprüchen und Blicken zum Lachen zu animieren.

Mit Zac Efron stand Plaza schon für das geschmacklose Robert-De-Niro-Vehikel "Dirty Grandpa" vor der Kamera – und im Vergleich zu ebendiesem Werk wirkt "Mike and Dave Need Wedding Dates" ziemlich sympathisch. Denn während sich "Dirty Grandpa" von Anfang bis Ende in unlustigen Obszönitäten suhlte, gleiten Skript und Umsetzung des ausgelassenen Hochzeits-Spaßes nur gelegentlich in allzu zotige Humoruntiefen ab. Einen Anflug von Cleverness erreicht die Situationskomik – im Gegensatz zu Genrevertretern wie "Brautalarm" oder "Bad Neighbors" – allerdings viel zu selten. Adam Devine – bekannt als Rebel Wilsons love interest in den "Pitch Perfect"-Filmen – und Efron geben sich erkennbare Mühe, dem Brüderpaar bei aller Torheit auch eine liebenswürdige Seite zu geben. Die Ansätze des Drehbuchs, den beiden darüber hinaus noch Tiefe zu verleihen, beispielsweise durch Daves Ambitionen als Comiczeichner oder Mikes Selbstzweifel, können indessen nicht überzeugen.

Fazit: Kein Genre-Highlight, aber dank des Schauspiel-Quartetts leidlich unterhaltsam. Wer eine filmische Unerträglichkeit wie "Dirty Grandpa" befürchtet, wird immerhin positiv überrascht.





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