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Ixcanul - Träume am Fuße des Vulkans
Ixcanul - Träume am Fuße des Vulkans
© Kairos Film

Kritik: Ixcanul - Träume am Fuße des Vulkans (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der guatemalisch-französische Film "Ixcanul Volcano" von Jayro Bustamante ist ein äußerst stimmungsvoll eingefangenes Drama. Mit ihm kehrt der Regisseur nach langer Zeit in seine eigene alte Heimat zurück. Er zeichnet ein faszinierendes Portrait dieser sehr einfachen indigenen Landbewohner. Jene werden von der spanischsprechenden Stadtbevölkerung nur als "arme Indios" bezeichnet. Doch das Leben der Arbeiter auf dieser Kaffeplantane ist trotz der sehr bescheidenen Verhältnisse zugleich sehr reich an einem sehr unmittelbaren Naturbezug, engen Famlienbanden und dem Eingebettetsein in eine sehr alte Kultur und deren magischen Geisterglauben.

An einer Stelle fragt Maria Pepe, wie die Luft in den USA rieche und fügt hinzu: "Hier riecht sie nach Kaffee und nach dem Vulkan". Aber Pepe weiß keine Antwort. Mag er für Maria zwar bereits den Duft der großen weiten Welt verkörpern, ist Pepe in Wirklichkeit ebenfalls gänzlich ahnungslos. - In diesem kurzen Dialog kommt vieles zusammen, was "Ixcanul Volcano" auszeichnet und besonders macht: die extreme Abgeschiedenheit dieser Indios von unserer heutigen globalisierten Zivilisation bei einem gleichzeitigen starken Eingebettetsein in eine sehr alte Kultur und eine urwüchsigen Natur. In Wahrheit beginnt die große weite Welt für Marias Familie bereits in der nächsten Stadt.

Dort herrscht eine große Hektik und die Menschen sprechen Spanisch, eine Sprache, welche diese Indios nicht verstehen. Dabei wird die "zivilisierte" Welt nicht einfach als weiter entwickelt, sondern zugleich als moralisch degeniert offenbart. Maria und ihre Familie leben zwar für unsere Begriffe unter primitivsten Bedingungen und mögen kaum etwas besitzen und doch sind sie innerlich sehr reich. An "Ixcanul Volcano" überzeugt, dass der Film solche Einsichten anhand von genauen Beobachtungen, nicht jedoch in einer belehrenden Weise, darbietet. Der Autor und Regisseur Jayro Bustamante trifft ein differenziertes Urteil, da er persönlich mit beiden Welten vertraut ist. Für diese Leistung erhielt der Film auf der 65. Berlinale 2015 den Silbernen Bären in der Form des Alfred-Bauer-Preises "für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet".

Fazit: "Ixcanul Volcano" zeigt das Leben guatemalischer Indios aus der Binnenperspektive. Das Drama ist reich an intensiven Eindrücken und Gefühlen.




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