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Die Widerständen: Also machen wir das weiter ...
Die Widerständen: Also machen wir das weiter ...
© Basis-Film

Kritik: Die Widerständen: Also machen wir das weiter ... (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Im Jahr 2008 wurde Katrin Seybolds Dokumentarfilm "Die Widerständigen – Zeugen der Weißen Rose" uraufgeführt, vier Jahre später verstarb die Filmemacherin ohne den geplanten Nachfolgefilm beenden zu können. Ihre Freundin und Kollegin Ula Stöckl hat das Werk Seybolds nun fertiggestellt. Der zweite Teil von "Die Widerständigen" knüpft unmittelbar an den Vorgänger an und lässt Zeitzeugen in ausgedehnten Interviews über die Zeit des Nationalsozialismus sowie den studentischen Widerstand berichten.

Über Jahre hinweg hat Seybold die Widerstandskämpfer von damals interviewt und die Gespräche mit der Kamera aufgezeichnet. Im Grunde besteht der Dokumentarfilm nur aus Talking-Heads-Aufnahmen, wie man sie aus Dokumentationen aller Art kennt, lediglich einige aus Flugblättern rezitierte Passagen ergänzen die Interviewszenen. Doch gerade durch diese konventionelle und reduzierte Form kommt das Erzählen der Protagonisten umso deutlicher zum Tragen.

Die Menschen vor der Kamera sprechen nicht bloß über den mutigen, bisweilen unbedachten Widerstand, sondern auch von Verfolgung, Haft und den Prozessen vor dem Volksgerichtshof. Allein die Wörter der Protagonisten sowie deren Mimik und Gestik schaffen dabei ein dichtes Zeitbild, das sich aus den sehr persönlichen und subjektiven Erinnerungen der Widerständigen speist. Sehenswert ist das vor allem, weil es Vergessene würdigt und Verdrängtes ans Tageslicht zerrt.

Fazit: Die konventionelle Form des Dokumentarfilms betont in ihrer Reduzierung die Wichtigkeit des gesprochenen Wortes. Das Erzählen der Widerstandskämpfer rückt somit ganz in den Fokus und würdigt vergessene Helden ohne falsches Pathos.




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