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FBW-Bewertung: Paddington 2 (2017)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat besonders wertvoll verliehen.

Drei Jahre nach seinem ersten fulminanten Leinwandauftritt meldet sich der knuddelige Teddy, der alle Menschen in seiner Umgebung in sein Herz schließt und die besten Seiten in ihnen weckt, mit einem neuen Abenteuer für Kinobesucher jeden Alters zurück. Der zweite Teil ist poetischer und ausgereifter als sein Vorgänger, und so lustig, dass er die Zuschauer zu Lachsalven- und Tränen treibt.
Die originelle Story beginnt mit einem Rückblick auf die früheste Kindheit von Paddington. Eine mutige Bärin Lucy rettet dem einsam und verlassen in einem Korb in einem reißenden Fluss treibenden Bärenbaby das Leben und adoptiert ihn. Dafür lässt sie ihren Traum sausen, einmal im Leben nach London zu reisen. Zum 100. Geburtstag seiner Tante Lucy sucht Paddington, der mittlerweile bei der Familie des Londoner Versicherungsagenten Brown lebt, ein besonderes Geschenk. In einem Antiquitätengeschäft entdeckt er ein Pop-Up-Buch mit Stadtansichten der britischen Metropole, dessen Preis sein Gespartes weit übersteigt. Daher versucht sich der freundliche Bär in verschiedenen Jobs, unter anderem als Fensterputzer, in denen er regelmäßig ein Chaos anrichtet.
Auf das Buch hat es auch der schmierige und abgehalfterte Schauspieler Phoenix Buchanan abgesehen. Einst ein Star, macht er mangels Film- und Theaterrollen heute Werbung für Hundefutter. Hugh Grant erweist sich in dieser Rolle als grandioser Komödiant. Er persifliert gekonnte sein eigenes Image und legt wie immer eine kesse Sohle aufs Parkett. Dafür sollte man den Abspann nicht verpassen.
Buchanan klaut das begehrte Buch, doch Paddington landet dafür vor Gericht. Im Knast weckt er das Gute in den anderen Häftlingen ? allerdings hat er zuvor gewaltige Schrecksekunden zu überstehen. Versehentlich hat er eine rote Socke in der Waschmaschine mit gewaschen, die Häftlingskleidung hat nun einen rosa Farbton. Und er legt sich mit dem von allenGefangenen gefürchteten Koch an. Vor dessen Zorn rettet ihn das Rezept von Lucys Orangenmarmelade.
Dieälteren Zuschauer werden verzückt die Reminiszenzen an etliche Klassiker der Filmgeschichte erkennen, die lustvoll und beiläufig in die Handlung eingebaut wurden. Die kleineren Zuschauer werden gebannt um die Zukunft des Bären mit dem blauen Dufflecoat und roten Schlapphut bangen. AktionsreicheSzenen wechseln dabei ständig mit ruhigeren Sequenzen, in denen die menschlichen Beziehungen im Focus stehen. Und wie in jeder guten Komödie muss Paddington etliche Tiefschläge verdauen.
Der Film strotzt von visuellen und dramaturgischen Einfällen. Running Gags werden nicht überstrapaziert, irrwitzige Slapstick-Sequenzen sind integraler Bestandteil der Handlung. Nicht zuletzt ist PADDINGTON 2 ein Fest fürs Auge. Der Bär ist perfekt animiert. Das moderne London wird zur stimmungsvollen Kulisse des modernen Märchens, die wichtigstenSehenswürdigkeiten finden sich auch im Buch aus der viktorianischen Ära.
PADDINGTON 2 hat sich völlig von der beliebten Kinderbuchvorlage gelöst, die Grundidee und die Figur wurden kongenial in die Gegenwart und einen sehenswerten Film versetzt.




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