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Kritik: Tempo Girl (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Dominik Lochers Debütfilm beginnt als hippe Großstadtkomödie, im Tonfall dem erst kürzlich gestarteten "Appropriate Behavior" nicht ganz unähnlich. Auch in "Tempo Girl" ist die Heldin eine junge Frau, die Lena Dunhams Serienkosmos "Girls" entsprungen sein könnte und sich mit trockenem Wortwitz durch den komplizierten Alltag in einer angesagten Metropole schlägt. Doch spätestens mit der kopflosen Flucht in ein Schweizer Alpenidyll geht Lochers Film eigene Wege und soll das Publikum im Folgenden immer wieder mit neuen Wendungen überraschen.

So wirklich funktionieren mag der zwischen Groteske und Drama schwankende Film dabei nicht. Regisseur und Drehbuchautor Lochers schriller Mix aus Klischees, die mal ironisch, mal bitterernst inszeniert werden, stolpert etwas ziellos umher und tritt sich allzu oft selbst auf die Füße. Trotz guter Darsteller, allen voran Florentine Krafft in der Hauptrolle, fällt es so schwer sich auf die Konflikte einzulassen und den überzogenen Figuren auf ihrer emotionalen Reise zu folgen.

"Tempo Girl" hat durchaus seine Momente, einige lustige Sprüche und bietet immer wieder anspielungsreiches Kino auf den Spuren von Quentin Tarantino und Oskar Roehler. Der pubertäre Krawall, das plumpe Heranschmeißen an den Zeitgeist sowie bemüht wirkende Provokationen wie eine Abtreibung in Nahaufnahmen schmälern das Vergnügen hingegen deutlich und rauben dem Film letztlich einiges an Glaubwürdigkeit und Tiefgang.

Fazit: Mit seinem Debüt hat Dominik Locher ein gut besetztes und anspielungsreich inszeniertes Stück Kino geschaffen, das jedoch bisweilen allzu überzogen und plump erzählt, um vollends überzeugen zu können.




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