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Finnisches Blut, schwedisches Herz
Finnisches Blut, schwedisches Herz
© Klaffi Productions

Kritik: Finnisches Blut, schwedisches Herz (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Ein wichtiger Schauplatz dieses Dokumentarfilms ist das Auto, mit dem Kai Latvaletho und sein Vater Tauno von der nordfinnischen Großstadt Oulu bis nach Göteborg reisen. Die räumliche Enge im Innern führt nach und nach auch zu einer emotionalen Nähe zwischen Vater und Sohn: In langen Gesprächen gewähren die Protagonisten einander und zugleich dem Publikum intime Einblicke in ihr Seelenleben, erinnern sich an vergangene Zeiten und reflektieren die eigene Familiengeschichte. Die Offenheit mit der Kai und Tauno sprechen sowie Mika Ronkainens unaufgeregte Regie verbinden sich hier zu einer spannenden und berührenden Geschichte, die exemplarisch für das Schicksal und die Erfahrungen vieler Schwedenfinnen zu stehen scheint.

Ergänzt wird die Reise der beiden Männer durch an Musikvideos erinnernde Passagen, die Ronkainen an wichtigen Stationen entlang der Reiseroute inszeniert. Junge Musiker und Bands interpretieren alte Rocksongs aus den 1970ern, die vom Leben der finnischen Immigranten in Schweden handeln. Mögen die einzelnen musikalischen Performances durchaus Geschmackssache sein, so spiegeln sie jedoch angemessen die Erlebnisse und Gefühle der Schwedenfinnen wider und bereichern den Film zudem in ästhetischer Hinsicht.

Im Großen und Ganzen erweist sich "Finnisches Blut, schwedisches Herz" als eher konventionell inszenierter Dokumentarfilm, der zwar wenig an filmischen Innovationen oder dramaturgischen Überraschungen zu bieten hat, aber mit solidem Handwerk durchaus überzeugen kann. Besonders der Schnitt und das Sounddesign fallen positiv auf, während Ronkainen die Sinnsuche seines Protagonisten bisweilen recht plakativ bebildert. Einige allzu symbolträchtigen Aufnahmen werden so zu einer unnötigen Verstärkung dieser Geschichte, deren größte Kraft in weitaus subtileren Momenten steckt.

Fazit: Der solide, aber dabei auch recht konventionell inszenierte Dokumentarfilm begibt sich auf eine emotionale Reise durch Finnland und Schweden. In den Dialogen und zahlreichen Songs wird dabei auf berührende Weise von den Erfahrungen der schwedenfinnischen Minderheit berichtet.





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