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Attention - A Life In Extremes
Attention - A Life In Extremes
© DCM GmbH

Kritik: Attention - A Life In Extremes (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit einer rauschhaften Montage beginnt Sascha Köllnreitners Dokumentarfilm und stellt in einer rasant geschnittenen Exposition die drei Protagonisten und deren sportliche Leidenschaften vor. Es sind durchaus beeindruckende und technisch aufwendige Aufnahmen; Zeitlupen und an den Sportlern montierte Kameras erwecken das aufregende Gefühl eines Dabeiseins, beim Freitauchen ebenso wie beim Gleitflug durch die Alpen und einer strapaziösen Fahrradtour durch die USA. Dazu kommentieren die drei Extremsportler Halvor Angvik, Guillaume Néry und Gerhard Gulewicz aus dem Off ihr Erleben, ihre Motivation und ganz persönliche Wertevorstellungen.

So viel leistete im Grunde auch schon Gerhald Salminas im Januar gestartete Dokumentation "Streif – One Hell of a Ride", die von dem weltbekannten und knochenbrecherischen Abfahrtsrennen bei Kitzbühel erzählte. Köllnreitner gelingt im Gegensatz zu seinem Kollegen allerdings viel mehr als ein bloßes Einfangen des sportlichen Nervenkitzels, der bei Salmina zu allem Übel letzten Endes zu nicht mehr als einem aufgeblasenem Werbefilmchen taugte. Neben der von Euphorie geprägten Sicht der Extremsportler selber lässt "Attention – A Life in Extremes" nämlich immer wieder Außenstehende zu Wort kommen, die auf vielfältige Weise über den Extremsport reflektieren. Soziologen, Philosophen, Psychologen und Neurowissenschaftler ergänzen die Geschichten der drei Protagonisten so um wertvolle Einsichten und stellen Fragen, die anhand des Extremsports nach ganz grundsätzlichen Belangen des menschlichen Daseins forschen.

Zwischen esoterisch verklärten Naturerlebnissen, einem Unbehagen angesichts der modernen, Arbeitswelt, evolutionären Grundlagen des Menschen und einer bisweilen krankhaften Sehnsucht nach Anerkennung entwirft "Attention – A Life in Extremes" so ein schillerndes Porträt der Extremsportler. Mal scheinen die Männer beinahe Übermenschliches zu leisten, bloß um im nächsten Moment als einfache Kinder mit einem extremen Spieltrieb zu erscheinen. Dass Köllnreitner diese Widersprüche nicht aufzulösen versucht, ist der große Verdienst seines Dokumetarfilms.

Fazit: Sascha Köllnreitner ist mit seinem Dokumentarfilm ein schillerndes und vielfältiges Porträt dreier Extremsportler gelungen, das auch existenzielle Sinnfragen und unangenehme Widersprüche nicht scheut.




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