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Im Reich der Affen
Im Reich der Affen
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Im Reich der Affen (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Im Reich der Affen" ist die dritte gemeinsamen Regiearbeit der beiden Naturfilmer Mark Linfield und Alastair Fothergill, nach "Unsere Erde" und "Schimpansen". Auch dieser Dokumentarfilm knüpft als sogenanntes True Life Adventure an die Tradition der von Walt Disney selbst zwischen 1949 und 1960 produzierten Naturfilme an. Die beim 2008 gegründeten Label Disneynature entstandenen Werke wie "Im Reich der Raubkatzen" oder zuletzt "Bären" aus dem Jahr 2014 sind aufwändig in der Wildnis gefilmt und bieten einzigartige Einblicke in Tierwelten, die dem Menschen sonst verborgen bleiben. Die Filme folgen einer bestimmten Dramaturgie, indem ein Tier im Mittelpunkt einer regelrechten, wahren Geschichte steht. Ein solcher Protagonist durchläuft eine Bewährungsprobe, die meistens darin besteht, den Nachwuchs unter widrigen Umständen durchzubringen. Heroische Mütter und verspielte Kinder im Tierreich laden zur emotionalen Identifikation ein. So soll schon beim jungen Kinopublikum die Liebe zur Natur und das Verständnis für die Lebensräume anderer Spezies gefördert werden.

Mayas Geschichte steckt voller bewusst gezogener Parallelen zum Leben alleinerziehender Menschenfrauen. So befindet sie sich auf der sozialen Leiter weit unten und bekommt, anders etwa als die Frauen des Clanchefs, noch nicht einmal Unterstützung von Kindermädchen. Mit dem Baby Kip, das sich an ihren Leib klammert, durchstreift Maya den Urwald auf der Suche nach Nahrung, immer darauf bedacht, den ranghohen Tieren aus dem Weg zu gehen. Sie taucht mit Kip sogar in einen Seerosenteich, um die Samenkapseln zu ergattern. Die Kamera folgt ihr und den jungen Makaken, die Maya die Technik abschauen und nachmachen, unter Wasser und liefert spektakuläre Aufnahmen. Auch sonst finden die Filmemacher herrliche Motive im Dschungel, etwa im Monsunregen, wenn ein Waran auftaucht oder am Tag, an dem die geflügelten Termiten überall herumschwirren und anderen Tieren als Leckerbissen dienen.

Die Makaken kommen sogar in Kontakt zur Menschenwelt: Maya und ihre Gruppe wagen sich in ein Dorf und in die Großstadt für zwei kurze, aber intensive Beutezüge vor. Sie ergeben zahlreiche lustige Szenen, die den oft ernsten Ton der Geschichte auflockern. Die Worte der weiblichen Erzählstimme wechseln sich ab mit einer ziemlichen üppigen Filmmusik, die eher Geschmackssache ist. Mayas Geschichte gerät zuweilen zum dick aufgetragenen Beispiel dafür, dass sich Anstrengung und der Glaube an sich selbst lohnen. Den Spaßfaktor schmälert vor allem ihre schwere Ausgangslage. Dennoch lohnt sich diese Entdeckungstour ins Reich der Makaken schon wegen der Fülle ihrer wunderbaren Aufnahmen.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Alastair Fothergill und Mark Linfield erzählt von einer alleinerziehenden Makaken-Mutter, die sich die soziale Leiter in der Gruppe hocharbeitet. Für Spannung, Mitgefühl und selbst humorvolle Szenen ist dabei gesorgt, aber am meisten überzeugt die Qualität der Wildlife-Aufnahmen.





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