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Der Letzte Wolf
Der Letzte Wolf
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Kritik: Der Letzte Wolf (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nach Bären und Tigern widmet sich der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud nun einem weiteren Raubtier: Gleich ein ganzes Rudel Wölfe darf durch seinen neuen bildgewaltigen Film hetzen. Die tierischen Darsteller sind dabei eindeutig die Stars von "Der letzte Wolf", in atemberaubenden Szenen zeigt Annaud vor allem das Jagdverhalten der Steppenwölfe, aber auch das bisweilen blutige Zusammentreffen mit dem Menschen. Dabei profitiert das Tierdrama nicht nur von den gelungenen 3D-Aufnahmen, sondern ebenso von der Tatsache, dass hier größtenteils auf CGI verzichtet und stattdessen mit echten Wölfen gedreht wurde.

Durch James Horners orchestralen Soundtrack und die temporeiche Dynamik scheint hier beinahe ein Trickabenteuer aus den Disney-Studios mit all seinem Pathos und der technischen Raffinesse real geworden zu sein. Auf eine allzu starke Vermenschlichung der Wölfe verzichtet Annaud allerdings und rahmt sein tierisches Treiben im Gegenzug mit einer Geschichte um den menschlichen Protagonisten Chen Zhen. Der sich unbeholfen entwickelnde Plot um den Studenten aus der Stadt, der in der Inneren Mongolei zum Naturfreund heranreift, ist dabei aber weitaus weniger fesselnd und gelungen als die Inszenierung der Tiere.

Annauds filmische Mittel, die es dem Publikum ermöglichen, sich in die fremde Welt der Wölfe einzufühlen, wirken im Zusammenspiel mit den menschlichen Darstellern äußert platt und allzu melodramatisch. Die Musik mag da beispielsweise kaum einen Augenblick zur Ruhe kommen und kennt wie auch das Spiel der Darsteller keine Zwischentöne. Stattdessen dröhnt es in "Der letzte Wolf" durchgehend beudeutungsschwanger von der Tonspur, obwohl Annaud hier doch bloß eine tausendmal gehörte Geschichte noch einmal erzählt. Trotz aller handwerklichen Qualitäten ist das über eine Laufzeit von zwei Stunden manchmal nur schwer zu ertragen.

Fazit: Das technisch aufwendige Wolfsdrama überzeugt nur, wenn es sich seinen tierischen Hauptdarstellern widmet. Die Geschichte um den menschlichen Helden erweist sich in Annauds melodramatischer Inszenierung jedoch als belanglos und stellenweise schwer erträglich.





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