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Allein gegen die Zeit - Der Film
Allein gegen die Zeit - Der Film
© X Verleih

Kritik: Allein gegen die Zeit - Der Film (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Zum Start im Februar 2010 war "Allein gegen die Zeit" ein Ereignis. An das Konzept der US-Serie "24" angelehnt, packte der Thriller für Kinder und Jugendliche 13 Stunden eines ereignisreichen Tages in 13 Folgen. Auch wenn jede Episode nur 25 Minuten kurz war, wehte damit durch die deutsche Serienlandschaft ein Hauch von Echtzeit. Zahlreiche Preise folgten. Fast fünf Jahre nach dem Start der zweiten und letzten Staffel wagt das Format den Sprung ins Kino. Bis auf Ruby O. Fee, die die hochbegabte Sophie spielte und von Stephanie Amarell ersetzt wird, sind alle aus der Originalbesetzung dabei.

Mit den Hauptdarstellern sind auch ihre Figuren erwachsen geworden. Alte Gefühle flammen wieder auf, andere schwelen weiter. Der Plot orientiert sich größtenteils an bereits bekannten Mustern. Erneut sitzt eine Schulklasse ohne Kontakt zur Außenwelt in einem abgeriegelten Gebäude fest, in dem sie von ganz in schwarz gekleideten Bösewichten festgehalten werden. Und erneut darf die Handlung etwas abgedrehter sein. Dieses Mal geht es um ein altes Heiligtum mit übernatürlichen Kräften, auf das bereits die Nazis Jagd gemacht haben.

Solch eine Geschichte, die unweigerlich an die ersten drei "Indiana Jones"-Filme (1981-1989) denken lässt, bedarf natürlich großer Bilder. Statt in gleichförmigen Klassenzimmern setzt Regisseur Christian Theede sein Katz-und-Maus-Spiel in den stimmungsvoll ausgeleuchteten Gewölben, Verliesen und Schächten von Kirchen, Burgen und Bergwerken in Szene. Halsbrecherische Verfolgungsjagden und waghalsige Kletterpartien in malerischen Landschaften besorgen die nötigen Schauwerte.

Das geht allerdings nur bedingt auf. Zum einen sind die Bilder nie so spektakulär wie in vergleichbaren Produktionen. Zum anderen lassen Schauspiel, Action und Dramaturgie zu wünschen übrig. Während die Nachwuchsdarsteller ihre Sache gut machen, wirkt Violetta Schurawlow als doppelgesichtige Lehrerin wie ein Fremdkörper. Schnelle Schnitte und Zooms gepaart mit Zeitlupe und -raffer mögen auf einem kleinen Schirm noch ausreichend Dynamik erzeugt haben. Auf der großen Leinwand sieht das (zu) häufig nach aufgeblasenem Fernsehen aus. Manche Actionsequenz und mancher Spezialeffekt wirken gar unfreiwillig komisch. Und auch dem Wettlauf gegen die Zeit fehlt es an Dringlichkeit. Zu viele unnötige Verschnaufpausen und misslungene befreiende Komik bremsen den Film letztlich immer wieder aus.

Fazit: Der Versuch die erfolgreiche und mehrfach preisgekrönte Fernsehserie "Allein gegen die Zeit" auf die große Leinwand zu bringen, gelingt nur bedingt. Während die Nachwuchsdarsteller überzeugen, enttäuscht mancher Profi. Auch die Dramaturgie und die Action gelangen häufig nicht über Fernsehniveau hinaus.





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