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Familienfest
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Kritik: Familienfest (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Ursprünglich als reiner TV-Film geplant, schafft es die ZDF-Produktion "Familienfest" von Regisseur Lars Kraume nun auf die große Leinwand. Von der Masse an Fernsehfilmen hebt sich die Tragikomödie dabei tatsächlich deutlich ab, das zeigt schon ein Blick auf das namhafte Cast: Neben Lars Eidinger und Jördis Triebel ist hier nämlich unter anderem Hannelore Elsner als besoffene Intellektuelle zu bewundern. Und auch die Besetzung Michaela Mays als harmoniesüchtiger Hausfrau ist ein kleiner Coup, darf die Schauspielerin sich hier doch auf ironische Art ein wenig an all den Rollen abarbeiten, die sie in unzähligen TV-Schmonzetten übernimmt.

Drehbuch und Regie sind ebenfalls sichtlich bemüht, generische Fernsehunterhaltung hinter sich zu lassen und orientieren sich eher am Kino. Während die erste Hälfte von "Familienfest" an eine satirische Farce nach Manier von François Ozon oder Pedro Almodóvar erinnert, sind sowohl der Handlungsverlauf als auch der zum Ende hin tragische Tonfall von Thomas Vinterbergs "Das Fest" (1998) inspiriert. Im Vergleich mit den Vorbildern wird allerdings vor allem deutlich, woran es Kraumes Drama fehlt: Denn einerseits mangelt es "Familienfest" an Biss und nur wenige Pointen sitzen. Andererseits gelingt es nicht, eine emotionale Wucht zu entwickeln, wie es Vinterbergs naturalistischer Inszenierung schaffte.

So wirkt Kraumes ambitionierter Film in erster Linie überladen. Die Balance zwischen den wechselnden Tonarten misslingt ebenso wie der Versuch einen rhythmischen Erzählfluss zu generieren: Allzu viele Figuren tummeln sich hier, so dass die meisten Konflikte an der Oberfläche verharren und beinahe hastig erzählt werden. Scheinbar beliebig reiht die Montage da einzelne Szenen aneinander, um den Figuren zumindest im Ansatz gerecht zu werden.

Fazit: Lars Kraumes ambitionierte und namhaft besetzte Tragikomödie ist im Fernsehen wohl besser aufgehoben als auf der Kinoleinwand. Der Wechsel zwischen Satire und Drama erweist sich zudem als ebenso holprig wie der Erzählfluss.





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