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Vilja und die Räuber
Vilja und die Räuber
© farbfilm verleih

Kritik: Vilja und die Räuber (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der finnische Kinderfilm "Vilja und die Räuber" lässt Ferienträume wahr werden: Wer möchte nicht einmal mit einer wilden Bande durch die Lande ziehen, im See baden, am Lagerfeuer sitzen und auf Besteck, Kamm und gute Manieren pfeifen? Das aufregende Abenteuer, das Vilja mit der Familie Räuberberg erlebt, basiert auf dem gleichnamigen Buch von Siri Kolu. "Nächsten Sommer raubt ihr mich wieder!", wünscht sich Vilja am Ende ihrer Reise: Tatsächlich läuft die Verfilmung des zweiten Bandes bereits und auch ein drittes Kino-Abenteuer ist in Planung. Die Regisseurin Marjut Komulainen beweist mit dieser lustigen und spannenden Inszenierung ein gutes Gespür für kindgerechte Unterhaltung.

Die Geschichte hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf" und anderen fantasievollen Abenteuern aus ihrer Feder. In der finnischen Variante geht der Wunsch eines Mädchens in Erfüllung, aus dem braven Alltagskorsett auszubrechen. Die Familie Räuberberg repräsentiert das genaue Gegenteil von Viljas Zuhause. Obwohl der dicke alte Anführer mit den grauen Zöpfen, die Frau im Gypsy-Look, der Mann mit den Goldzähnen und die beiden Kinder ständig als Räuber arbeiten, machen sie gleichzeitig auch Ferien. Und zwar genau solche, wie Vilja sie mag, aber noch nie hatte: Sie campen alle zusammen in den Wäldern und singen wilde Lieder. Viljas Aussehen verändert sich rasch: Die ordentlichen Zöpfe sind passé, sie trägt ihr weißblondes Haar offen. Überhaupt wirkt sie bald mutiger und versetzt die Räuber mit ihren Ideen in Staunen.

Der wilde Karlo hat etwas Tollpatschiges und Vilja merkt schnell, dass sich die ganze Familie in der normalen Welt nicht so gut auskennt: Sie haben zum Beispiel keine Ahnung, wie man in einem Supermarkt einkauft und benehmen sich dort seltsam. So bekommt die Räubergeschichte eine kindlich-verspielte Färbung, die auch die Wettkämpfe auf der Olympiade kennzeichnet. Im Zentrum der Handlung steht die Freundschaft Viljas mit dem wilden Räubermädchen Hele, die erst noch zahlreiche Hürden nehmen muss.

Der unbeschwerte Film ist auch visuell sehr attraktiv. Vilja und die Räuberbergs machen an den schönsten Seen Finnlands Rast und erschließen dem Zuschauer eine verlockende sommerliche Landschaft in den Weiten Nordeuropas. Wenn die Kinder aus dem Auto springen und sich in die Fluten stürzen, hält es vermutlich auch die kleinen Kinozuschauer kaum mehr auf den Sitzen. Die neue Räuber-Vilja strahlt Glück und Unternehmungslust aus und beweist, dass Ferien ein Synonym für Freiheit und Abenteuer sein sollten.

Fazit: Der finnische Kinderfilm nach dem gleichnamigen Buch von Siri Kolu erzählt eine originelle Abenteuergeschichte: Viljas Wunsch nach aufregenden Sommerferien erfüllt sich, als eine Räuberfamilie sie entführt. Mit seinen fröhlichen Charakteren gelingt es dem Film, eine Brücke zwischen Spannung und unbeschwertem Spaß zu schlagen.





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