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FBW-Bewertung: Timm Thaler oder das verkaufte Lächeln (2015)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Die Geschichte von dem Jungen mit dem unwiderstehlichen Lachen, das er aus Not an den Teufel verkauft und mit Hilfe seiner Freunde wieder zurückgewinnt, wurde bereits in zwei beliebten und erfolgreichen TV-Serien verfilmt. Nun hat Andreas Dresen aus diesem Stoff einen großen Kinofilm geschaffen, in dem viele bekannte Gesichter und Kreative der ?Dresen-Familie? vor und hinter der Kamera mitwirken.

Die Rollen sind durchweg großartig besetzt, allen voran: Arved Friese als Timm Thaler und Justus v. Dohnanyi als sein diabolischer Gegenspieler Baron Lefuet. Herrlich komisch sind Axel Prahl und Andreas Schmidt als schrilles Ganovenpärchen und Steffi Kühnert als geldgierige Stiefmutter. Mit großer Spielfreude agieren NadjaUhl, Fritzi Haberland, Charly Hübner, Milan Peschel, Bjarne Mädel, Harald Schmidt und viele andere ? und man möge darauf achten, wann der Regisseur, wie in jedem seiner Filme, selbst erscheint.

Der Film ist, wie auch die Romanvorlage von James Krüss, in den 1920er Jahren angesiedelt und hat eine klare soziale Botschaft gegen Gier und Konsumverhalten. Alexander Adolph hat mit seinem Drehbuch den Stoff zeitgemäß adaptiert und erweitert. Kapitalismuskritik wird z.B. anschaulich animiert gezeigt, wenn Baron Lefuet erklärt, mit welchen Methoden in Afrika die Leute dazu gebracht werden, für teures Geld ihr eigenes Wasser zu kaufen. Seine angestellten Dämonen im Schloss des Bösen sind ständig damit beschäftigt, neue Geschäftsmodelle zu finden, um den Menschen noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen - Religionskriege und Katastrophen sind dabei besonders lukrativ.

Alle Gewerke wirken in diesem Film auf das Vortrefflichste zusammen: eine meisterhafte Kamera trifft auf tolle Motive, phantastische Bauten und hervorragende Kostüme. Hervorzuheben ist auch die perfekte Animation der clownesken Ratten, in die das Ganovenpärchen Schmidt/Prahl verwandelt wird. Die üppig ausgestatteten und hervorragend inszenierten Massenszenen auf der Pferderennbahn, im Luxushotel und im Schloss von Lefuet haben die Jury ebenso begeistert wie zahlreiche Filmzitate à la MANCHE MÖGENS HEISS oder GRAND BUDAPEST HOTEL.

Andreas Dresen, sein Team und seine Schauspieler haben mit TIMM THALER einen Kinofilm geschaffen, der sich mit großen Kinderfilmen auf internationalem Niveau messen kann. Die Jury vergibt ein einstimmiges ?besonders wertvoll?.




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