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The Hallow
The Hallow
© MFA+ FilmDistribution e.K.

Kritik: The Hallow (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"The Hallow" ist das Langfilmdebüt des Regisseurs Corin Hardy, der zuvor mit seinen atmosphärischen Musikvideos und einigen Kurzfilmen auf sich aufmerksam gemacht hatte. Eigentlich hätte sein erster Kinofilm das Remake von "The Crow" werden sollen. Aber aufgrund anhaltender Verzögerungen hat Hardy jetzt den von ihm mitgeschriebenen "The Hallow" vorgezogen. Hardy Koautor ist Felipe Marino, der als Produzent für den herausragenden Genrebeitrag "All the Boys Love Mandy Lane" (2006) verantwortlich war. Als Drehbuchautor verwandelt sich Marino dahingegen in eine Frau mit wechselnden Vornamen. So steht er als Autor von "Madame Bovary" als "Rose Barrenche" in den Kredits und in "The Hallow" als "Olga Barrenche". Dieses Namensspiel mag Marino als einen kleinen Spaßvogel ausweisen. Es kann aber auch sein, dass er einfach noch kein so gewaltiges Vertrauen in seine Schreibkünste hat. Dieser Verdacht kommt jedenfalls aufgrund des unausgegorenen Skripts von "The Hallow" auf...

"The Hallow" präsentiert Corin Hardy als einen versierten Schöpfer einer mystisch-bedrohlichen Stimmung und als einen sehr soliden Handwerker in Sachen Inszenierung. Sehr angenehm fällt zudem auf, dass der studierte Special-Effects-Mann weitestgehend auf handgemachten Creature-Horror setzt. Auch dies trägt dazu bei, dass die Bedrohung durch seine Waldbewohner stimmungsvoller ausfällt, als bei vergleichbaren Kreaturen aus dem Rechner. Eine gute Idee ist zudem, dass mit Adam einer der Protagonisten so sehr seinem wissenschaftlichen Weltbild verhaftet ist, dass er selbst dann noch an einen bösen Streich glaubt, als ihm die finsteren Babyjäger fast schon ins Gesicht springen. Was es dahingegen mit der für die gesamte Geschichte zentralen Jagt auf das Neugeborene überhaupt auf sich hat, bleibt bis zum Schluss im tiefsten Dunkel des Waldes verborgen. Dies ist symptomatisch für das gesamte Skript, das es versäumt die angerissenen Ideen zu vertiefen oder wenigstens zu einem kohärenten Ganzen zusammenzufügen.

"The Hallow" gefällt aufgrund seiner gelungen eingefangenen Atmosphäre und zeugt davon, dass Hardy und Marino eine Reihe guter Horrorfilme kennen. Nur reicht es eben nicht, mal von hier und mal von dort ein paar Ideen zusammenzuklauben und diese Stück für Stück stimmungsvoll ins Bild zu setzen, wenn daraus kein größeres Ganzes entstehen will und wenn auch die einzelnen Elemente für sich über ihre schöne Optik hinaus reichlich unausgegoren bleiben. So sackt das Spannungslevel irgendwann bedrohlich ab. Den Machern scheint dies bewusst gewesen zu sein. Denn zu diesem Zeitpunkt beginnen sie auch noch kräftig bei Cronenbergs "Die Fliege" (1986) zu wildern. Aber auch hier bleibt das Skript diffus. So zeigt "The Hallow" zwar eine ganze Reihe vielversprechender Ansätze, die durchaus darauf hoffen lassen, dass Colin Hardy tatsächlich beim Remake von "The Crow" Regie führen wird. Denn wenn er sich dazu auch noch einen richtigen Drehbuchautor mit ins Boot holt, könnte daraus ein wirklich guter Film werden...

Fazit: "The Hallow" punktet mit Atmosphäre und handgemachten Monstern. Aufgrund der mit der Zeit immer offensichtlicher werdenden Mängel im Skript ist der Gesamteindruck sehr solide, aber nicht vollkommen überzeugend.




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