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Athos
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Kritik: Athos (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dieser Dokumentarfilm von Andreas Martin und Peter Bardehle hat Seltenheitswert: Er gewährt Frauen und anderen Außenstehenden interessante Einblicke in den Alltag auf der vom weltlichen Treiben weitgehend abgeschotteten Halbinsel Athos. Die 2000 Mönche, die in dieser autonomen christlichen Republik unter griechischer Souveränität leben, tragen schwarze Kleidung und Bärte. Alle gehen sie einer geregelten Arbeit nach und üben ein Handwerk aus. Manche leben in großen, die anderen in kleinen Gemeinschaften, aber es gibt auch völlig zurückgezogene Einsiedler. Der Film stellt einige dieser Mönche vor und beobachtet ihren frommen Alltag in einer paradiesischen, friedlichen Landschaft.

Vater Loukianos wohnt erst seit kurzem auf der Halbinsel. Gemeinsam mit einem anderen Mönch soll er eine alte Klause herrichten, die bald von weiteren seiner Glaubensbrüder bezogen werden wird. Zum Höhepunkt des Films gerät später die Weihe von Vater Loukianos, die mit einem sechsstündigen Gottesdienst in einem Großkloster gefeiert wird. Während die weihrauchgeschwängerte Zeremonie im Glanz unzähliger Kerzen abläuft, wird nebenan in der Klosterküche das Festmahl zubereitet. Alle Handlungen werden mit Bedacht und großem Ernst ausgeführt. Auch bei der Olivenernte, der Arbeit im Weinberg oder dem Brotbacken in einer kleinen Klause beobachtet die Kamera einzelne Mönche. Hauptsächlich in Voice-Over erzählen sie davon, dass zu ihrem Leben der Verzicht auf materielle Dinge gehört. Das Wohnen in den kleinen, zum Teil sehr alten Häusern und das Heizen mit Holz im kalten Winter vermitteln einen guten Eindruck davon, wie genügsam die Mönche hier leben. Auch Skurriles bekommen die Filmemacher zu sehen, wie eines der Beinhäuser, in denen die Schädel und Gebeine der verstorbenen Mönche in Regalen aufbewahrt sind. Wenn die Mönche über die sterblichen Hüllen sprechen, drückt sich in ihren Worten die tiefe, auf die Ewigkeit und das Jenseits ausgerichtete Spiritualität aus.

Die meditativen, ruhigen Aufnahmen werden oft von Chorgesang aus dem Off begleitet. Eine wichtige Rolle für die Filmatmosphäre spielt auch die idyllische Landschaft der Halbinsel. Ihre grünen Hügel und Wiesen reichen bis ans Meer und hoch droben thront der felsige Gipfel des mächtigen Athos. Auch dort sehen sich die Filmemacher um und lassen sich vom Himmelspanorama verzaubern. Das einfache, fromme Leben hat auf dieser wunderschönen Halbinsel einen idealen Ort gefunden. Es tut einfach gut, die Bilder und Impressionen auf sich wirken zu lassen.

Fazit: Wer schon immer wissen wollte, wie die Bewohner der autonomen Mönchsrepublik Athos in Griechenland leben, sollte sich diesen Dokumentarfilm mit Seltenheitswert nicht entgehen lassen. In stimmungsvollen Aufnahmen fangen Peter Bardehle und Andreas Martin Szenen aus dem Alltag der frommen Männer ein, der von Gebet, Arbeit und Komfortverzicht geprägt ist. Eingebettet in eine wunderschöne Landschaft, entfaltet diese filmische Kontemplation eine wohltuende und inspirierende Wirkung.




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