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Kritik: Yok Artik (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Yok Artik" ist der neue Film des türkischen Regisseurs und Schauspielers Caner Özyurtlu, der erst 29 Jahre alt aber bereits seit elf Jahren im türkischen Filmgeschäft tätig ist. Die turbulente Komödie ist dessen zweite Regie-Arbeit nach dem Thriller-Drama "Ev" von 2010. Gedreht wurde "Yok Artik" zu großen Teilen in der türkischen Hauptstadt Istanbul, zudem versammelt der Film u.a. mit Sebnem Bozoklu, Murat Akkoyunlu und in erster Linie Hauptdarsteller Erkan Kolcak Kostendil einige der bekanntesten und erfolgreichsten türkischen Schauspieler und Comedians.

"Yok Artik" ist eine leider zu weiten Teilen misslungene Komödie, weil sie zum einen nur selten wirklich unterhaltsam und komisch ist, zum anderen viel zu oft viel zu laut, schrill und überdreht daherkommt, was auf Dauer für den Zuschauer sehr anstrengend und ermüdend ist. Was schon recht frühzeitig auffällt, ist die Tatsache, dass die Protagonisten sehr laute und leider eher unsympathische Personen mit einfach und klischeehaft gezeichneten Charaktereigenschaften sind. Stichwort "laut": im Film wird sehr viel gebrüllt, geschimpft und geschrien, was einem bereits nach wenigen Minuten auffällt und nicht gerade für erhöhten Sehgenuss sorgt. Zudem kommen viele der handelnden Figuren allzu aufgedreht und regelrecht hysterisch daher, allen voran die kurz vor dem Bestehen der praktischen Führerschein-Prüfung stehende Asuman oder Faruk (gespielt von Serkan Keskin), der gleich in zwei Frauen parallel verliebt ist.

Dauerhaft Sympathien auf seiner Seite hat lediglich Hauptfigur und Taxifahrer Fikret, der es sich fatalerweise bald zum (nicht sehr realistischen) Ziel macht, all diesen armen Seelen, die ihm ihre privaten wie beruflichen Probleme anvertrauen, zu helfen. Dieses "Helfersyndrom" sorgt ebenso für einige amüsante Momente im Film wie auch ein paar gut funktionierende, immer wieder auftauchende Running Gags, etwa wenn Fikret seinen zum Standartsatz verkommenen Ausspruch "Das gibt's nicht" zum Besten gibt und damit deutlich macht, wie abgefahren und bizarr viele seiner Fahrgästen einschließlich deren Probleme letztlich sind. Ein wenig deplatziert wirkt aber in jedem Fall der Nebenstrang mit der entführten Tochter, der weder lustig oder kreativ sondern einfach nur unnötig ist.

Fazit: Wenig witzige und leidlich unterhaltsame Komödie mit einigen wenigen gelungenen Running Gags und einer einigermaßen sympathischen Hauptfigur.





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