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Ein Hahn für ein Hallelujah
Ein Hahn für ein Hallelujah
© Cine Global Filmverleih

Kritik: Ein Hahn für ein Hallelujah (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Im Original heißt diese sympathische Komödie aus Costa-Rica "Por las Plumas", was auf Deutsch schlicht "An den Federn" heißt. Diesen Titel hat der deutsche Verleih leider zu "Ein Hahn für ein Hallelujah" verhunzt. Dieser deutsche Titel ist nicht bloß reichlich dümmlich, sondern weckt zudem beim Zuschauer völlig falsche Erwartungen. Denn bei diesem Film handelt es sich keineswegs um eine Slapstick- und Hau-Drauf-Komödie im Stile der Abenteuer von Bud Spencer und Terrence Hill, sondern um einen Film der seinen Humor gerade aus dem Herunterspielen der ohnehin eher kleinen Ereignisse bezieht.

Das Debüt von Neto Villalobos, der hier als Autor, Regisseur und Cutter in Personalunion in Erscheinung tritt, hat viel mehr von den Filmen von Jim Jarmusch, als von dem Schenkelklopfer-Humor, den der Titel "Ein Hahn für ein Hallelujah" evoziert. Die Komödie zeichnet sich gerade durch ihr verschlepptes Tempo und ihre vielen langen Standbilder aus, bei denen sich das eigentlich interessante Geschehen teilweise auch noch außerhalb des Bildfeldes ereignet. Dies bietet dem Filmemacher umso mehr Raum für einen genauen Blick auf die zahlreichen skurrilen Charaktere seiner Geschichte.

Diese Figuren erscheinen, wie auch Chalo selbst, allesamt als eine Mischung aus völlig gewöhnlichen Durchschnittstypen und leicht verschrobenen Underdogs. Deren Eigenheiten und Macken werden von Villalobos genau festgehalten, dabei jedoch nicht in entblößender Absicht ausgestellt, sondern mit sichtlicher Sympathie als liebenswerte Schrullen gezeichnet. So entsteht neben einer unaufdringlich lustigen Geschichte das Bild einer Gesellschaft am Rande der Apathie, die sich zugleich durch ein hohes Maß an Menschlichkeit auszeichnet. Hinzu kommt ein bei allem Unterstatement äußerst versierter Umgang mit sämtlichen filmischen Gestaltungsmitteln, wodurch in der Summe ein rundum gelungener Debütfilm entsteht.

Fazit: Diese sympathische Komödie aus Costa-Rica entwirft in einem verschlepptem Tempo einen Mikrokosmos leicht verschrobener gesellschaftlicher Randgestalten, wie man ihn ansonsten am ehesten aus den Filmen von Jim Jarmusch kennt.




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