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Hexe Lilli rettet Weihnachten
Hexe Lilli rettet Weihnachten
© Universum Film

Kritik: Hexe Lilli rettet Weihnachten (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Seit vielen Jahren schon gehört die mittlerweile 22 Bände umfassende Kinderbuch-Reihe von Ludger Jochmann (aka "Knister") zu den erfolgreichsten ihrer Art. Bislang wurden die Abenteuer von Lili in 38 Sprachen übersetzt. "Hexe Lilli rettet Weihnachten" ist der dritte Kinofilm über die kleine, freche Hexe. Erstmals spielt hier die Newcomerin Hedda Erlebach Hexe Lilli, nachdem die Original-Darstellerin mittlerweile zu alt für die Rolle geworden ist. Der Film wurde von November 2016 bis Februar 2017 u.a. in Südtirol, Belgien und Wien gedreht.

"Hexe Lilli rettet Weihnachten" gehört zu den schönsten, in allen Belangen gelungensten Kinderfilmen seit Langem. Und auch wenn er vielleicht zwei bis drei Wochen zu früh ins Kino kommt, bietet er mit seinen herzerwärmenden, teils auch melancholischen Figuren und der lehrreichen Story, genau die richtige Einstimmung fürs Fest. Doch egal ob herzerwärmend oder melancholisch, eines haben die Charaktere allesamt gemein: sie sind keine vor Klischees triefenden Abziehbilder altbekannter Charaktere und Rollenmuster vom Reißbrett. Stattdessen handelt es sich bei ihnen um sorgsam gezeichnete, durchaus hintergründige und vielschichtige Personen.

Allen voran Knecht Ruprecht ist eine tragische Figur, hinter dessen boshaftem Verhalten ( aus Wut und Verbitterung lässt er bald ein Kind nach dem anderen verschwinden) weit mehr steckt als zunächst angenommen. In all diesen Punkten unterscheidet sich der Film deutlich von vielen ähnlich gelagerten Werken für das junge Publikum, von denen sich viele dadurch auszeichnen, zu simpel gestrickt zu sein. Auch aus Angst, dem Zuschauer möglicherweise zu viel zumuten zu können. Die Macher von "Hexe Lilli rettet Weihnachten" hingegen beweisen Mut, auch weil sie in ihr Werk eine – vor allem für einen Kinderfilm recht – anspruchsvolle Fragestellung hineinarbeiten: wie gehen andere Religionen und Kulturen mit Weihnachten um und wie sehen bzw. bewerten sie das Fest der Liebe.

Auch die anderen Inhalte und Fragen, die der mit tollen visuellen Effekten garnierte Film aufwirft, zeichnen sich durch Tiefe und Vielseitigkeit aus: es geht um Einsamkeit, Verlustangst, den richtigen Umgang mit (nicht immer ganz einfachen) Geschwistern und letztlich darum, wie man eigene Fehler und selbst verschuldeten Ärger (Lilli hat Knecht Ruprecht selbst heraufbeschworen) wieder gut machen kann. Darüber hinaus bietet "Hexe Lilli rettet Weihnachten" großartige Schauwerte, nicht nur hinsichtlich der CGI-Effekte, die u.a. den liebenswerten Drachen Hektor auf beeindruckende Weise und äußerst realitätsnah zum Leben erwecken. Denn auch die märchenhaften Drehorte und zauberhaften Kulissen versprühen eine ganz eigene Magie, allen voran die majestätische Burg Kreuzenstein in Österreich sowie der pittoreske Christkindlmarkt im Stadtzentrum von Sterzing.

Fazit: Sorgsam gezeichnete Charaktere mit hohem Identifikationspotential, eine spannende Story, zauberhafte Kulissen und wichtige, lehrreiche Botschaften für die jüngsten Kinobesucher: "Hexe Lilli rettet Weihnachten" ist einer der charmantesten, magischsten Kinderfilme der jüngeren Vergangenheit.





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