VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
We love to dance
We love to dance
© Capelight Pictures

Kritik: We love to dance (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Auch in Neuseeland gibt es eine sehr lebendige Hip-Hop-Tanzszene mit jungen Talenten. Viele von ihnen sind maorischer Abstammung, wie der Hauptcharakter Tu Kaea im Spielfilmdebüt des Regisseurs Tammy Davis. Tu hat sich alles, was er kann, selbst beigebracht. Mit seinen Freunden aus der Nachbarschaft tanzt er in einer Crew. Die Schüler mögen zwar laienhaft sein, aber sie haben die Ideen und das Feuer, das den Hip Hop als Tanz der Straße jung hält. Gerade diese innovative Frische ist bei den arrivierten Tänzern von K-Crew gefragt, die immer die Landesmeisterschaften gewinnen und auch ins Ausland fahren. Wenn Tu es nicht in diese erste Liga schafft, wird er wohl aus finanziellen Gründen seine Träume aufgeben müssen. Das romantische, mit viel Musik und spannenden Tanzeinlagen gespickte Drama wurde auf der Berlinale 2016 in der Sektion Generation 14plus gezeigt.

Ein Junge aus einfachen Verhältnissen verliebt sich in ein Mädchen, das in einer Villa wohnt und Cabrio fährt. Es gehört wohl einfach zum Genre dazu, dass die beiden Tanzpartner aus unterschiedlichen sozialen Schichten kommen und Widerstände überwinden müssen, wenn sie es gemeinsam schaffen wollen. Einerseits wirkt die inhaltliche Konstruktion der Coming-of-Age-Geschichte ziemlich vertraut: Es geht nicht nur um die erste Liebe, sondern auch um die Selbstbehauptung gegenüber dem Vater, um schmerzhafte Erkenntnisse und den Umgang mit enttäuschten Freunden. Andererseits aber wirkt sie in ihrer Einfachheit angenehm laienhaft und dadurch wieder authentisch. Auch der Darsteller von Tu ist als junger Hip-Hop-Tänzer in seiner ersten Schauspielrolle ein Laie. Der Plot bietet auch überraschende Twists, die sich damit auseinandersetzen, inwiefern Hip Hop noch eine Kunstform außerhalb des Establishments ist.

Die aufregend inszenierten Tanzchoreografien stammen von der Hip-Hop-Weltmeisterin Parris Goebel, die einmal auch selbst auftritt. In den Darbietungen spielt der persönliche Ausdruck der Tänzer, ihre Spontaneität eine große Rolle. Sie fordern sich gegenseitig heraus, wollen sich beweisen und messen. Der Tanz bezieht die zuschauenden Rivalen und das Publikum der Wettkämpfe oft mit ein, spricht sie direkt an. Eine geschickte Montage fängt die skeptischen, empörten, anerkennenden Blicke und Gesten der Zuschauer so ein, dass sie Teil der Show werden. Dieser hübsche Film wird vermutlich nicht nur die Herzen derer höher schlagen lassen, die bereits gerne tanzen, sondern auch den einen oder anderen dazu ermutigen, selbst ein paar Moves zu probieren.

Fazit: Viel Hip Hop und eine Prise Romantik bietet dieser Coming-of-Age-Film aus Neuseeland, in dem die unbändige Lust seiner Protagonisten, zu tanzen, nicht nur behauptet wird. Wegen seiner Mitwirkenden aus der jungen Hip-Hop-Szene und der hochkarätigen Choreografie wirken die Darbietungen lebhaft und frisch. Sie bringen authentischen Schwung in die einfache, aber sympathische Geschichte über einen Ureinwohner, der lieber tanzen will, als zum Militär zu gehen.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.