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Meine griechischen Ferien
Meine griechischen Ferien
© barnsteiner-film

Kritik: Meine griechischen Ferien (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der finnische Regisseur und Autor Taavi Vartia gehört zu den erfolgreichsten Filmemachern seines Landes. In den 90er-Jahren erlangte er Bekanntheit durch seine vielfach prämierten Werke und Arbeiten (Dokumentationen, Serien) für das heimische Fernsehen. "Meine griechischen Ferien" ist sein erster Kinofilm seit 2013, insgesamt inszenierte er bisher drei Filme für die große Leinwand. Kameramann bei "Meine griechischen Ferien" war Mika Orasmaa, der u.a. bei den bekannten finnischen Koproduktionen "Iron Sky" (2008) und "Big Game" mit Samuel L. Jackson (2012), die Bilder einfing. Das Team drehte den Film an Originalschauplätzen auf Kos.

"Meine griechischen Ferien" überzeugt nicht zuletzt dadurch, dass sich Regisseur Vartia mit der etwas komplizierten, immer wieder für Streit sorgenden Familienkonstellation aus Stiefbrüdern und geschiedenen Elternteilen an die Lebensrealitäten vieler heutiger, bunter (Patchwork-) Familien anpasst. Somit erleichtert er die Identifikation mit der Hauptfigur für viele Zuschauer. Trotz aller – vor allem zu Beginn – auftretenden familieninternen Unstimmigkeiten, vermittelt der Film am Ende in dieser Hinsicht aber eine versöhnliche, und damit zielgruppenkonforme Botschaft. Am Schluss zeigt sich nämlich, dass Teamwork und innige Verbundenheit möglich sind – auch wenn durch die Venen der Familienmitglieder nicht das gleiche Blut fließt. Man benötigt nur ein gemeinsames Ziel, in "Meine griechischen Ferien" ist dies das Vorhaben, Adriana aus den Fängen geldgieriger Entführer zu befreien.

Die Jagd auf diese inszeniert der Regisseur als durchaus tempo- und abwechslungsreiche Hatz durch und über das Urlaubsparadies, wobei die rasanten, aber jederzeit altersgerechten Verfolgungsjagden den Schwerpunkt bilden. Diese finden mal auf dem Roller, mal auf dem Jet-Ski oder – ganz klassisch – zu Fuß statt. Gelungen ist auch die Charakterzeichnung des Hauptbösewichts im Film. Vartia lässt hier nämlich keinen eiskalten, martialisch auftretenden Macho-Fiesling agieren, sondern eine vordergründig liebenswürdig-harmlose, aber insgeheim hinterhältige und durchtriebene Inselbewohnerin.

Für einen verführerischen optischen Reiz sorgen nicht zuletzt die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen der griechischen Urlaubsinsel. Ob majestätisch-stolze Felsmassive, traumhafte Sandstrände oder üppige Waldlandschaften: Kameramann Orasmaa beweist sein Auge für sinnliche Naturbilder und prächtige Panoramen. Und zuletzt haben die Hauptdarsteller, Nuutti Konttinen als eine Art Mini-Indiana-Jones und Ifigeneia Tzola als liebenswerte, tauch-begabte Einheimische, die Sympathien zu jeder Zeit auf ihrer Seite. Spätestens nach diesem beschwingten, luftig-leichten Teenie-Sommer-Abenteuer, kommt die Lust auf Sonne und Strand.

Fazit: Sinnliche Naturbilder und die beeindruckenden Panoramen des Dreh- und Handlungsortes Kos, lassen Urlaubsstimmung aufkommen. Darüber hinaus überzeugt "Meine griechischen Ferien" auch dramaturgisch und inszenatorisch, was an den sympathischen Darstellern, der rasanten Action und den überraschenden Figurenzeichnungen liegt.




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