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Kritik: Trivisa (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Auf der Berlinale 2016 war in der Sektion Forum der Hongkong-Thriller "Trivisa" zu sehen. Das von Johnnie To produzierte Thrillerdrama hat eine interessante Grundidee: Die drei unterschiedlichen Erzählstränge um die drei einstigen Unterweltkönige werden jeweils von einem der drei Nachwuchsregisseure Vicky Wong, Jevons Au und Frank Hui inszeniert. Dabei haben alle drei Gangsterbosse reale Vorbilder. Darüber hinaus entsteht für Liebhaber des alten Hongkong-Kinos eine zusätzliche Ebene aus dem Wissen heraus, dass mit der Rückgabe an China auch diese Form des Genrekinos ihr Ende fand.

Diese reizvolle Idee wird mit viel Gespür für verschiedene Milieus und die unterschiedlichen Mentalitäten von Hongkong-Chinesen, Festland-Chinesen, sowie der Bewohner von Macao umgesetzt. Hinzu treten interessante charismatische und skurril-überdrehte Charaktere, die von fähigen Darstellern zum Leben erweckt werden. Und doch gibt es ein größeres Problem, welches die Freude an "Trivisa" deutlich dämpft. Dies ist die sehr eigenwillige, jedoch letzten Endes wenig überzeugende Dramaturgie: Zunächst nehmen sich alle drei Handlungsstränge viel Zeit um ihre jeweiligen Protagonisten und deren Situationen sehr genau zu präsentieren. Leider geht diese ausgedehnte Exposition fast direkt in eine gewaltige große Antiklimax über, nach welcher der Film zu Ende und die britische Kronkolonie nur noch Geschichte ist.

Fazit: "Trivisa" ist von den widersprechenden Intentionen angetrieben das alte Hongkong-Kino wiederzubeleben und zugleich dessen Untergang ein Denkmal zu setzen. Entsprechend widersprüchlich ist der Gesamteindruck dieses Thrillers.





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