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Memories on Stone
Memories on Stone
© Mitosfilm

Kritik: Memories on Stone (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der bereits mit einigen Filmpreisen ausgezeichnete "Memories on Stone" ist eine deutsch-kurdische Koproduktion. Inszeniert wurde das im Nachkriegs-Kurdistan angesiedelte Drama von Regisseur Shawkat Amin Korki. Nachdem Korki am Beginn seiner Karriere vor allem Kurzfilme inszenierte, widmet er sich seit 2007 dem Langfilm. Korki wollte mit seinem neuen Film vor allem zeigen, mit welchen Schwierigkeiten Film-Dreharbeiten im Nachkriegs-Irak verbunden sind, die er aus eigener Erfahrung kennt: von Terrordrohungen über Equipment-Diebstähle bis hin zur langwierigen, schwierigen Suche nach weiblichen Darstellern. "Memories on Stone" war 2016 die Oscar-Einreichung des Iraks für den besten internationalen Film.

Unmittelbar nach dem Sturz Saddam Husseins angesiedelt, befasst sich die Story des Films mit jenem dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Kurden, dem Schätzungen zufolge rund 150.000 Unschuldige zum Opfer fielen. Die tristen, farblosen Bilder der kargen, zerstörten Landschaften und zahlreichen Dörfer spiegeln die Trost- und Hoffnungslosigkeit weiter Teile der Bevölkerung nach den Massakern wieder. Zudem ist der Film durchzogen von einer melancholischen, bedrückend-deprimierenden Bildsprache, die sich den schrecklichen Vorfällen anpasst. Dies sorgt beim Betrachter immer wieder für Beklemmung und Nachdenklichkeit.

Überzeugend agieren die Darsteller, hier vor allem Shima Molaei als introvertierte, fragile Jung-Darstellerin, die unter der Strenge ihrer Familie leidet. Ihr Cousin etwa weicht der charismatischen Frau bei den Dreharbeiten nicht mehr von der Seite, überwacht jede Szene und folgt ihr auf Schritt und Tritt. Dazwischen ist "Memories on Stone" aber immer wieder auch mit humorvollen Momenten und Witzen, vor allem im Angesicht der Tragödie, garniert. Wenn in einer Szene des gedrehten Films (also des Films im Film) etwa ein Schwerverletzter aufgrund fehlender Betäubung mit klagevoller Musik ruhig gestellt werden soll, erinnert das an den makabren, grotesken Humor einer Kriegs-Satire im Stile von M.A.S.H. Das Unaussprechliche, das Tragische und den Horror durch Humor erträglich halten – darum geht es in diesen Filmen und immer wieder auch in "Memories on Stone".

Fazit: Ein mit komödiantischen und tragikomischen Elementen angereichertes Sozial-Drama mit solidem Cast, dessen karge Bilder der unwirtlichen, trostlosen Landschaften besonders überzeugen.






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