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Schatz, nimm du sie!
Schatz, nimm du sie!
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Schatz, nimm du sie! (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Schatz, nimm du sie!" ist die deutsche Variante der französischen Erfolgskomödie "Mama gegen Papa", die vor zwei Jahren in Frankreich zum großen Komödien-Kinohit avancierte. Regie bei "Schatz, nimm du Sie!" führte Comedy-Experte und Drehbuchautor Sven Unterwaldt, der früher TV-Formate wie z.B. "RTL Samstag Nacht", "Berlin, Berlin" oder "Alles Atze" verantwortete. Seine bekanntesten Spielfilme sind "Siegfried" mit Tom Gerhardt sowie die "7 Zwerge"-Reihe mit Otto Waalkes und anderen bekannten, deutschen Komödianten.

In "Schatz, nimm du sie!" regiert von Beginn an ein lauter, knalliger Brachial-Humor. Jener grobschlächtige Witz wird schon in den ersten Minuten deutlich – während einer zerstörerischen Verfolgungsjagd durch ein Mehretagenhaus. Es sind Szenen, die den Ton des Films quasi vorgeben und schon vorwegnehmen. Über weite Strecken funktioniert dieser derbe Spaß aber richtig gut und "Schatz, nimm du sie!" unterhält meist auf überdurchschnittlichem Niveau. Viele Pointen und Scherze sitzen. Einige davon ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film und begegnen einem – in abgewandelter Form – häufiger: so gerät z.B. der niedliche Hamster von Tobias immer wieder zwischen die Fronten und muss in der Folge so einiges aushalten. Auch viel Zeit zum vergnüglichen Fremdschämen bleibt. Nämlich in erster Linie dann, wenn Toni und Marc alles dafür tun, um sich bei den Kindern unbeliebt zu machen. So z.B. auf einer Klassenparty, in der Schule oder bei einem Schachwettkampf des Sohnes.

Hier und da übertreibt es der Film mit seiner überdrehten Tonalität und den – bewusst – überzeichnet angelegten Charakteren jedoch etwas. Dann beherrscht infantiler Klamauk die Szenerie. So z.B. bei der hemmungslos überzogenen Geburtstagsparty gegen Ende, die in einer hemmungslosen Prügel-Orgie ausartet und große Teile des Hauses beschädigt. An diesen Stellen verkehren sich Humor und Slapstick-Elemente ins Gegenteil und wirken nur noch übertrieben und maßlos. Problematisch ist auch, dass man sich nur selten in die wenig sympathischen Hauptfiguren hineinversetzen kann. Eine Identifikation mit ihnen gelingt nicht, dem Zuschauer scheint es egal, wer scheitert und wer gewinnt.

Doch "Schatz, nimm du sie!" ist andererseits eben auch schlicht keine feinfühlige Scheidungskomödie mit intelligentem Witz - das will sie auch gar nicht sein. Vielmehr geht es um einen gnadenlos brutal geführten Ehe-Zwist der etwas anderen Art. Und dieser sorgt alles in allem auch deshalb für kurzweilige Unterhaltung, weil die beiden Hauptdarsteller mit viel Spielfreude und Spaß an der Sache, agieren.

Fazit: "Schatz, nimm du sie!" ist eine überdrehte, mit bissigem Humor und reichlich Slapstick ausgestattete Satire. Über weite Strecken bietet der Film gelungene Pointen und kurzweilige Unterhaltung. Einige arg geschmacklose, infantile Gags und hemmungslos überzeichnete Szenen, kann er sich aber nicht verkneifen. Dennoch: Wer deftigen, körperbetonten Klamauk ohne viel Anspruch sucht, wird hier fündig.





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