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The Visit
The Visit
© farbfilm verleih

Kritik: The Visit - Eine ausserirdische Begegnung (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "Into Eternity", einem Dokumentarfilm über die Gefahren der Atommülllagerung, wurde der dänische Künstler und Filmemacher Michael Madsen 2010 erstmals einem breiteren Publikum bekannt. Mit "The Visit" knüpft der Regisseur nun zwar nicht unmittelbar thematisch an an sein vorhergehendes Werk an, aber bleibt sich doch stilistisch treu: Erlesene Bilder, die ganz bewusst bekannte Science-Fiction-Motive anklingen lassen, konfrontative Talking-Heads sowie eine emotionale Dringlichkeit, die die kühle Sachlichkeit einer typischen Dokumentation vermissen lässt, machen "The Visit" aus.

Das ist vor allem zu Beginn spannend zu verfolgen und es gelingt Madsen tatsächlich, interessante Fragen aufzuwerfen. Mit zunehmender Laufzeit wird allerdings nicht nur deutlich, dass es dem Dokumentarfilm nicht wirklich gelingt, in die Tiefe vorzudringen. Die anfangs noch erfrischend unkonventionelle Art der Produktion, die Fakt und Fiktion vermischt, nutzt sich zudem rasch ab und zahlt sich letzten Endes nicht aus.

Der Erkenntnisgewinn von "The Visit" bleibt begrenzt und verliert sich immer wieder im Spekulativen. Vielversprechend und produktiv ist Madsens Vorgehenweise lediglich dann, wenn sich in seiner Außerirdischen-Fantasie politische Ereignisse wie die Flüchtlingskrise spiegeln und so ganz reale Erfahrungen von Fremdheit und bürokratischer Überforderung kommentiert werden. Das "The Visit" hier allerdings ein Fokus fehlt ist ebenso bedauerlich wie die ermüdende Inszenierung.

Fazit: Während Michael Madsens ungewöhnlicher Dokumentarfilm mit seiner Vermischung von Fakt und Fiktion sowie anregenden Science-Fiction-Motiven anfangs vielversprechend ist, verliert sich "The Visit" in unfokussierten Spekulationen. Der zu Beginn erfrischende Inszenierungsstil nutzt sich zudem schnell ab und verhindert, dass der Film in die Tiefen seines Sujets vordringen kann.





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