VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Das Morgan Projekt
Das Morgan Projekt
© 20th Century Fox

Kritik: Das Morgan Projekt (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Ein Vergleich von Luke Scotts Regiedebüt "Das Morgan Projekt" mit Alex Garlands Science-Fiction-Thriller "Ex Machina" (2015) liegt wohl erst einmal auf der Hand. Garlands von Publikum und Kritikern gefeiertes Kammerspiel um eine unheimliche Roboterfrau dürfte auch über ein Jahr nach dem Kinostart so manchem Zuschauer noch durch den Kopf spuken und hat schließlich bleibenden Eindruck in der Filmlandschaft hinterlassen. Bei einem genaueren Blick auf "Das Morgan Projekt" erweisen sich die Parallelen zwischen beiden Werken allerdings als sehr oberflächlich und sollten daher keine Erwartungshaltung hervorrufen, der Scott mit seinem Erstling gar nicht gerecht werden kann.

Sein Film ist eine weitaus weniger nachdenkliche und dafür actionbetontere Variante eines altbekannten filmischen Themas, als dies etwa bei Garland der Fall war. Dass Scott und sein Drehbuchautor Seth Owen das philosophische Potenzial ihres Stoffs größtenteils unangetastet lassen, kann bedauert werden, ist aber nur konsequent, wenn man betrachtet, das die Filmemacher andere Akzente setzen: Mit Horrorelementen versehene Action steht hier im Mittelpunkt und damit kann Scott zumindest ansatzweise überzeugen.

"Das Morgan Projekt" ist toll fotografiert und kurzweilig inszeniert, wer nicht mehr erwartet als typische Genreware, könnte hier also durchaus auf seine Kosten kommen. Dass der Thriller dramaturgisch dabei durchgängig ganz schön ausgetrampelten Pfaden folgt und die Figurenzeichnung zu wünschen übrig lässt, wird zumindest teilweise durch die guten Darsteller wie Kate Mara, Michelle Yeoh und Paul Giamatti kompensiert. Einen Kinobesuch kann man dennoch selbst Sci-Fi-Fans nicht uneingeschränkt empfehlen, für einen DVD-Abend auf der Couch scheint dieses mittelmäßige Debüt dann doch besser geeignet.

Fazit: Luke Scotts Regiedebüt bietet mittelmäßige Genreware für Sci-Fi-Fans, die mehr Wert auf Action als auf intellektuelle Gedankenspiele legen. Dass "Das Morgan Projekt" lediglich ausgetrampelten Pfaden folgt und bei der Figurenzeichnug schwächelt, wird zumindest teilweise durch tolle Bilder, eine kurzweilige Inszenierung sowie die guten Darsteller aufgefangen.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.