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Memoria Viva - Lebendige Erinnerung
Memoria Viva - Lebendige Erinnerung
© Sabcat Media

Kritik: Memoria Viva - Lebendige Erinnerung (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Regisseur Antonio J. García de Quirós Rodríguez legt mit seinem ersten langen Dokumentarfilm gleich ein Mammutprojekt vor. Die Idee zu "Memoria Viva" kam ihm bereits 2009 am Rande einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Spanischen Bürgerkriegs. In den folgenden Jahren reisten er und sein Team 12.000 Kilometer durch drei Länder, um 80 Zeitzeugen der Confederación Nacional del Trabajo (CNT) zu interviewen. Mit mehr als 300 Stunden Material gingen sie in den Schneideraum.

Herausgekommen sind sie mit einem zweistündigen Dokumentarfilm, der trotz seiner schieren Fülle, erstaunlich vital, eben wie die im Titel angekündigte lebendige Erinnerung daherkommt. Das ist in erster Linie der hervorragenden Montage geschuldet, der es gelingt, die unterschiedlichsten Aussagen in einen (Gedanken-)Fluss zu bringen. Rodríguez präsentiert dieses kollektive Gedächtnis einer Gewerkschaft streng chronologisch. Um seinen Zuschauern die Orientierung zu erleichtern, hat er den Film in 20 Kapitel eingeteilt, die durch Zwischentitel angekündigt und an wenigen Stellen von Archivmaterial unterfüttert werden. Auf einen erläuternden Kommentar verzichtet er ganz. Die mehr als einhundertjährige Geschichte der CNT entfaltet sich vor dem Publikum lediglich in der Erinnerung ihrer Mitglieder.

"Memoria Viva" bildet damit einen wichtigen Beitrag zum kollektiven Gedächtnis einer Gesellschaft, zumal die Kapitel der Gewerkschaften, des Franco-Regimes und der Exilspanier während des Zweiten Weltkriegs in (spanischen) Schulbüchern bis heute deutlich zu kurz geraten. Rodríguez' Dokumentarfilm, unter anderem von der CNT finanziert, ist aber auch eine unglaublich einseitige, zutiefst subjektive und dadurch eintönige Angelegenheit, die, ihrem Inhalt geschuldet, keine differenzierte Sicht auf die spanische Gesellschaft zulässt.

Fazit: "Memoria Viva" erzählt die Geschichte der spanischen Gewerkschaft CNT aus Sicht ihrer Mitglieder. Das ist zum Teil erstaunlich lebendige Erinnerung, letztlich jedoch eine ziemlich einseitige und dadurch eintönige Angelegenheit.




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