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The Beatles: Eight Days A Week - The Touring Years
The Beatles: Eight Days A Week - The Touring Years
© Studiocanal

Kritik: The Beatles: Eight Days a Week - The Touring Years (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Regisseur Ron Howard ("Der Grinch", "The Missing") arbeitete an dieser Dokumentation gemeinsam mit den noch lebenden Beatles Ringo Starr und Paul McCartney sowie den Witwen von John Lennon und George Harrison, Yoko Ono und Olivia Harrison. "Eight days a week" beleuchtet zum ersten Mal jene Jahre, die einen Großteil zur weltumspannenden "Beatlemania" beitrugen: die Zeit zwischen 1962 und 1966, jene Ära also, in denen die Beatles ausgiebig live vor Publikum spielten und mit ihren Tourneen um die Welt reisten. Dank moderner digitaler Technik und Verfahren gelang es Howard, alte Super-8-Aufnahmen, die ohne Tonspur vorhanden waren, so mit dem Ton der Original-Konzerte zu kombinieren, dass der Eindruck eines realen Konzerterlebnisses entsteht. In der Doku kommen auch Prominente zu Wort, so z.B. Sigourney Weaver und Whoopi Goldberg, die über ihre Beatles-Konzerterlebnisse berichten.

"Eight days a week" ist das Paradebeispiel für eine rundum gelungene, ebenso unterhaltsame wie informative Musik-Dokumentation, die zudem viele neue, auch für Hardcore-Fans bisher unbekannte Aufnahmen und Original-Impressionen enthält. Impressionen aus einer Zeit, die auch geprägt war von ihren politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Ereignissen und Umwälzungen. Mit jenen Vorkommnissen wurden die Beatles auf ihren Reisen, vor allem in den USA, ganz direkt konfrontiert: von der Rassentrennung über den Mord an John F. Kennedy bis hin zum Kontakt mit Rauschmitteln wie Marihuana (in den Genuss dieser Droge wurden sie übrigens von Bob Dylan eingeführt). Wichtige Ereignisse dieser Art kommen immer wieder auch im Film zur Sprache, weshalb dieser nicht nur eine Doku über die größte Band der Welt auf Tour ist, sondern auch ein spannendes Zeitdokument über die mittleren 60er-Jahre darstellt.

Besonders einprägsam und beeindruckend sind natürlich die unzähligen Live-Auftritte und Konzert-Szenen der Beatles, vor allem jene in Farbe. Die Hysterie um die Band und das Gekreische der Fans – das letztlich wohl auch zum Einstellen aller Live-Aktivitäten führte, da dieses die Musik zumeist übertönte – sind zwar nicht neu und jedem bekannt. Jedoch gab es diese Fülle an (digital restauriertem) Live-Material in Bild und Ton, zudem rasant und dramaturgisch klug geschnitten, noch nie in dieser Menge und auf der großen Leinwand zu sehen. Der Film ist mit einer Laufzeit von 135 Minuten ein kleines Musikfilm-Epos. Zwischendurch gibt es immer wieder auch Einblicke hinter die Kulissen, etwa in die Garderobe oder die Maske. Zu sehen sind hier vier teils etwas naiv und blauäugig wirkende, aber entwaffnend charismatische, sympathische und unglaublich junge Männer, denen die Welt zu Füßen lag.

Gut ist auch, dass es Howard gelang, z.B. Starr und McCartney ein paar aktuelle Statements zu jener Zeit zu entlocken und dem Film damit auch einen aktuellen Bezug zu geben, zumal McCartney vor kurzem erst wieder eine umjubelte Tour gespielt hat – natürlich mit vielen Beatles-Klassikern, die auch in "Eight days a week" nicht fehlen dürfen.

Fazit: Mit teils unveröffentlichtem Archivmaterial gespickte, rasante und um viele aktuelle Interviews erweiterte Zeitreise in die mittleren 60er-Jahre, als den Beatles auf ihren Konzertreisen die Welt zu Füßen lag.




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