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Kritik: Styx (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Der von Wolfgang Fischer im Herbst und Frühwinter 2016 gedrehte Film bezieht sich in seinem Titel auf die griechische Mythologie. Darin handelt es sich beim "Styx" um einen Fluss, der die Welt der Lebenden vom Totenreich trennt. Premiere feierte der Film auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion "Panorama Special". Bei den Berliner Filmfestspielen gewann er unter anderem den Preis der Ökumenischen Jury. Hauptdarstellerin Susanne Wolff arbeitet neben ihrer Tätigkeit für Film und Fernsehen auf fürs Theater. So war sie zwischen 2009 und 2016 festes Mitglied im Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin.

Im Zentrum des eindringlichen, emotional intensiven Dramas "Styx" steht von Beginn an nicht der Kampf "Mensch gegen Natur", wie es etwa in Hochsee-Abenteuerfilmen wie "All is lost" (mit Robert Redford) oder dem Hollywood-Blockbuster "Im Herzen der See" der Fall ist. Dennoch weist "Styx" deutliche Elemente eines Abenteuerfilms auf, denn sieht sich Hauptfigur Rike (kraftvoll und ausdrucksstark: Susanne Wolff) doch ebenso einer schier unlösbaren Herausforderung und einer großen Gefahr ausgesetzt: Sie ist ganz allein in der Abgeschiedenheit des Meers zusammen mit dutzenden Flüchtlingen, die ums Überleben kämpfen. Deren Boot steht kurz vor dem Untergang, doch Platz auf Rikes Schiff ist lediglich für wenige Personen.

Und selbst wenn es einige der Migranten zu ihr aufs Boot schaffen: Wie verhalten sie sich? Sind sie aggressiv? Wie schlimm sind mögliche Verletzungen? Und besteht eventuell die Gefahr, sich mit Krankheiten anzustecken? Die Küstenwache warnt sie davor, die Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, doch Rike kann nicht tatenlos Zeuge des Todes vieler Unschuldiger werden. Letztlich ist "Styx" in erster Linie auch das vielschichtige Charakterporträt einer souveränen, selbstbewussten Frau und erfolgreichen Ärztin, die immer funktioniert und reflektiert, einen Hang zum Perfektionismus hat und ihr Handwerk versteht – so kann ihr zum Beispiel nicht einmal das schwere Unwetter etwas anhaben.

Doch plötzlich wird diese Frau mit einer unerwarteten Ausnahme- und Extremsituation konfrontiert, die sie an den Rand der Verzweiflung bringt. Eine Situation, wie sie sich fast wöchentlich auf dem Mittelmeer abspielt und über die regelmäßig in den Abendnachrichten berichtet wird. Dies verleiht "Styx" letztlich auch eine hohe Dringlichkeit und Aktualität.

Fazit: Ein zutiefst menschlicher Film über einen packenden Überlebenskampf auf hoher See, der von fesselnden Darstellerleistungen geprägt und von hoher Aktualität ist.




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