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Gelobt sei der kleine Betrüger (2016)

Blessed Benefit

Schmalspurganoven: Komödie über einen jordanischen Bauunternehmer und seine Erlebnisse in einem Gefängnis.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Um mit seiner Frau und den zwei Töchtern in Jordanien über die Runden zu kommen, lässt sich der gewiefte Bauunternehmer Ahmad (Ahmad Thaher) einiges einfallen. Seinen Strom und das Satellitenfernsehen zwackt er ab. Das Geld für den nächsten Bauauftrag will er durch den An- und Verkauf kanadischer Laptops vervielfachen. Doch der Zollbeamte stellt sich bei der Einfuhr quer und so fährt Ahmed, weil er das veruntreute Geld nicht zurückzahlen kann, wegen Betrugs ins Gefängnis ein.

Dort nimmt sich Zellenchef El Mor (Maher Khammash) nicht ganz uneigennützig seiner an. Derweil versucht Ahmads Cousin (Odai Hijazi) das Geschäft mit den Computern doch noch über die Bühne zu bringen. Doch auch der soeben aus dem Gefängnis entlassene Ibrahim (Mahmoud al Massad) und ein Polizist (Fayez Salman el Huwaiti) sind aus den unterschiedlichsten Gründen hinter den Geräten her.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"In diesem Land beschaffst du dir alles auf die krumme Tour", sagt einer von Ahmads (Ahmad Thaher) Mitgefangenen an einer Stelle und fasst damit die Quintessenz dieses Films zusammen. Schließlich hat in Mahmoud al Massads komödiantischem Blick auf sein Heimatland Jordanien jeder Dreck am Stecken – vom kleinen Betrüger über den Polizisten oder den Zollbeamten bis hin zum Gouverneur. Einzig die Frauen kommen unbescholten davon, was ihre Männer freilich nicht daran hindert, ihnen im Gespräch mit den Geschlechtsgenossen die Schuld für das eigene Versagen in die Schuhe zu schieben.

Mahmoud al Massad hat beinahe zwanzig Jahre im Ausland gelebt. Als er nach Jordanien zurückkam, sei er von der Kreativität überrascht gewesen, die seine Landsleute beim Tricksen und Betrügen an den Tag legten. In "Gelobt sei der kleine Betrüger" hat der Regisseur und Drehbuchautor diesen Menschen nun ein kleines, ironisches Denkmal gesetzt. Mit viel Herz, Lakonie und Sinn fürs Absurde führt er die Mechanismen eines korrupten Systems vor, verspottet dessen Profiteure, hegt aber stets Mitgefühl für die Opfer.

So leise, fein und treffend wie der Humor ist auch dessen Vermittlung. Musik setzt Mahmoud al Massad nur recht spärlich ein. Die Einstellungen seines Kameramanns Giorgos Mihelis wirken unscheinbar, sind aber präzise ausgeleuchtet und kadriert und fangen selbst in der Tristesse des Gefängnisalltags ganz beiläufig einen Funken Schönheit ein. Massads Antiheld Ahmad ist bei aller Gewieftheit nur ein unbedeutendes Rädchen in einem aberwitzigen Räderwerk, dessen Zumutungen er mit einer gesunden Portion Gleichgültigkeit erträgt.

Fazit: "Gelobt sei der kleine Betrüger" ist eine leichte, leise und lakonische Komödie, die die Korruption in Jordanien mit den Mitteln des Humors vorführt und sich dabei stets auf die Seite des kleinen Mannes schlägt.




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Land: Deutschland, Jordanien, Niederlande
Jahr: 2016
Genre: Drama, Komödie
Länge: 83 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 17.08.2017
Regie: Mahmoud Al Massad
Darsteller: Mahmoud Al Massad als Ibrahim, Odai Hijazi als Ahmad's Cousin, Maher Khammash
Verleih: Neue Visionen

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