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Ediths Glocken - Der Film
Ediths Glocken - Der Film
© Salzgeber & Co

Kritik: Ediths Glocken - Der Film (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Seit 2004 läuft am BKA-Theater in Kreuzberg alljährlich zur Adventszeit das Stück "Wenn Ediths Glocken läuten" und gilt dort längst als Kult. Mit "Ediths Glocken – Der Film" konnte sich der Mann hinter diesem Erfolg, der Travestiekünstler und Regisseur Ades Zabel, nun einen Wunsch erfüllen und seine Bühnenkomödie dank Crowdfunding auf die große Leinwand bringen.

Wer Ades Zabel in seiner Paraderolle Edith Schröder bereits erlebt hat, der weiß wohl genau, was ihn in diesem Weihnachtsfilm erwartet: Schwule Männer in Frauenkostümen, konsequent platte Wortspiele sowie eine Vorliebe für Anzüglichkeiten aller Art prägen diese Low-Budget-Komödie, die sich damit lückenlos in Zabels Gesamtwerk einfügt.

Das hier lediglich ein bekanntes Bühnenprogramm verfilmt wurde und die meisten Witze auch schon seit einigen Jahren zirkulieren, dürfte Fans der Kunstfigur Edith Schröder dabei nicht stören. "Ediths Glocken" ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten, das eingeweihte Publikum weiß von vorneherein, was es serviert bekommt, und verlangt wahrscheinlich auch gar nicht nach etwas Neuem.

Während Zabel-Kenner das Kino also durchaus zufrieden verlassen dürften und lediglich bemängeln könnten, dass vor der Leinwand einfach nicht dieselbe Stimmung wie im Theater aufkommen mag, sei allen anderen Kinogängern von "Edtihs Glocken" abgeraten.

Wer bisher nichts mit Zabels Kosmos anfangen konnte, dem wird wohl auch hier nicht der Einstieg gelingen. Für guten Trash fehlt es hier einfach zu sehr an Wahnwitz und Grenzüberschreitungen. Mit angedeutetem Oralsex, einem umgekippten Weihnachtsbaum oder einer ausgekotzten Banane wagt sich der harmlose Schwank nur halbherzig ins Reich der Geschmacklosigkeiten und langweilt zudem mit seiner ereignislosen Inszenierung.

Fazit: Fans von Edith Schröder dürfen sich auf ein Wiedersehen mit der Berliner Kultfigur freuen und werden mit "Ediths Glocken" dank Männern in Frauenkostümen sowie konsequent plattem Wortwitz wohl ihren Spaß haben. Alle anderen erwartet hier bloß eine ziemlich ereignislose Verfilmung eines Bühnenstücks, die sich nur halbherzig ins Reich des Trashfilms wagt. Es fehlt an Wahnwitz sowie wirklichen Grenzüberschreitungen und so bleibt "Ediths Glocken" ein harmloser Schwank für Eingeweihte.





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