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Kritik: Mountain (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dieser Dokumentarfilm huldigt der Schönheit der Berge und befasst sich mit der Attraktion, die sie auf Freizeit- und Extremsportler verschiedenster Disziplinen ausüben. Seine Regisseurin, die Australierin Jen Peedom ("Sherpa"), hat ihn in Zusammenarbeit mit dem Australischen Kammerorchester entwickelt, sodass Musik und Bilder eine poetische, ausdrucksstarke Verbindung eingehen. Der britische Autor Robert Macfarlane, der das Buch "Berge im Kopf – Mountains of the Mind" verfasst hat, steuerte den Filmtext bei, den der amerikanische Schauspieler Willem Dafoe als Voice-Over-Erzähler spricht. Das Bildmaterial stammt von Renan Ozturk, beinhaltet aber auch Aufnahmen anderer Kameraleute. So gibt es unter anderem auch Archivaufnahmen von historischen Besteigungen zu sehen, sowie diverse sensationelle Momente aus dem Bereich des Extremsports.

Macfarlanes Text beschäftigt sich mit dem Verhältnis der Menschen zu den Bergen im Wandel der Zeiten. Er eruiert die Sehnsucht nach dem Naturerlebnis, die Lust an der sportlichen Herausforderung, am Risiko. Besonders über die moderne Beliebtheit von Extremsportarten macht sich der Autor Gedanken. Kritisch äußert er sich über die Hybris von Zeitgenossen, die sich in Lebensgefahr begeben, um sich zu beweisen. Die Bilder suchen jedoch ausgiebig den Nervenkitzel, indem sie Kletterer im senkrechten Fels, Ski- und Mountainbike-Akrobaten in Aktion zeigen. Dramaturgisch geschickt schwenkt der Film im letzten Abschnitt aber wieder ins Kontemplative und lenkt die Aufmerksamkeit zurück auf die Bergriesen und die Naturgewalten selbst.

Auf verschiedenen Kontinenten werden hohe, schroffe, unzugänglich wirkende, zumeist verschneite Gipfel gefilmt, oft aus der Vogelperspektive. Der Einsatz von Drohnen ermöglichte dynamische, imposante Aufnahmen, die mit der klassischen Musik elegant harmonieren. Das Orchester spielt unter anderem Ausschnitte aus Stücken von Beethoven und Vivaldi, zu denen Peedom gerne einen Reigen thematisch geordneter Aufnahmen montiert. Die Absicht, das Erlebnis der Musik und der Bilder im Zusammenspiel zu intensivieren, gelingt. Der sinnlich-poetische Film vermittelt eine ansteckende Faszination für die Bergwelt, aber auch für den Bergsport.

Fazit: Dieser sinnlich beeindruckende Dokumentarfilm der Australierin Jen Peedom beschäftigt sich mit der Frage, warum es die Menschen in die Berge zieht. Spektakuläre Aufnahmen aus verschiedenen Regionen der Erde nehmen nicht nur die Einsamkeit der Bergwildnis ins Visier, sondern widmen sich auch ausführlich dem Phänomen des Extremsports. Die Bilder und die klassische Musik, die das Australische Kammerorchester eingespielt hat, ergeben eine sorgfältig arrangierte, poetische Gesamtkomposition, die durchdrungen ist von der Faszination für die Bergwelt.





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