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FBW-Bewertung: Jurassic World 2: Das gefallene Königreich (2018)

Prädikat wertvoll

Jurybegründung: Vielleicht kommen die beiden Filme der JURASSIC-WORLD-Reihe nicht mehr an die Originalität ihrer Vorgänger, JURASSIC PARK 1-3, heran, doch sehr unterhaltsam bleiben die Actionfilme dennoch. Nachdem im ersten Teil der Saurierpark Isla Nublar evakuiert werden musste, kehren in Teil 2 die Wissenschaftler zurück in den Park. Sie wollen die verbliebenen Dinos vor dem Aussterben bewahrenund auf eine andere Insel umsiedeln. Letztlich aber werden sie getäuscht. Denn hinter den Umsiedlungsplänen steht die perfide Idee, die Urzeitriesen für Kampfeinsätze zu nutzen und gewinnbringend in einer Auktion zu versteigern.

JURASSIC-PARK-Freunde werden sich freuen, dass viele der Details aus den früheren Filmen auch in JURASSIC WORLD 2: DAS GEFALLENE KÖNIGREICH eine Rolle spielen. Doch auch für komplette Neueinsteiger in die epische JURASSIC WORLD-Welt funktioniert der Film. Über eine sehr kurz gehaltene Einleitung erfahren Kinogänger alles, was sie wissen sollten, um sich im filmischenDino-Universum zurechtzufinden. Kein Zweifel, JURASSIC WORLD 2 ist ein waschechter Hollywood-Blockbuster mit einem ansprechenden Cast. Insbesondere die Technik hat aber die Jury überzeugt. Die liegt bei JURASSIC WORLD 2 weit über dem Niveau, das sie gewöhnlich von US-Actionfilmen erwartet. Die Authentizität und Plastizität der computergenerierten Jurassic-World ist auch ohne 3D-Technik ausgezeichnet und trägt viel zur Spannung des Films bei. Genauso positiv wertet die Jury, dass JURASSIC WORLD weitestgehend auf billige Splatter-Effekte verzichten kann. Obwohl es allzu einfach gewesen wäre, im Kampf Mensch gegen Dinosaurier sehr viel Blut spritzen zu lassen oder abgetrennte Extremitäten zu zeigen, deutet der Film die Szenen meistens nur an oder blendet sie gänzlich aus. Sicherlich ein FSK-Zugeständnis, aber auch ein Zugeständnis an die Fantasie der Zuschauer, wie die Jury meint. Einen weiteren Pluspunkt konnte JURASSIC WORLD 2 beim Score sammeln. Den beurteilte die Jury als über die Genregrenze hinaus positiv.

Zwar arbeitet der Film auch an einigen Stellen mit einem genretypischen Bombast-Sound, bedient sich dann aber wiederum auch fein-nuancierter Töne und zeigt nicht einmal Berührungsängste vor Klassik-Themen. Im weiteren Verlauf der Filmdiskussion hat die Jury aber auch kritische Punkte zu JURASSIC WORLD 2 anzumerken. Obwohl das Drehbuch immer wieder versucht, die Macho-Allüren des von Chris Pratt gespielten Owen Gradys mit Humor zu verkleiden, setzt der Film so stark auf Action, dass er über lange Strecken, so die Ansicht der Jury, Witz und Esprit missen lässt. Eine ausgiebige Diskussion hat sich dementsprechend um die Klischeehaftigkeit der Rollenbilder entwickelt. Seit Jahrzehnten unverändert, wäre es, gerade im Lichte der aktuellen Diskussionen, an der Zeit, auch im Action-Bereich einen Aufbruch zu riskieren. Aber auch JURASSIC WORLD 2 zeichnet größtenteils stereotype Männer und Frauenbilder.

In seiner Dramaturgie ist der Film klassisch gestaltet. Mitunter gleicht JURASSIC WORLD 2 einem 128minütigem Parforceritt durchs animierte Dinosaurierterrain. Einige Szenen wirken dann vorhersehbar, andere dagegen, so etwa beim Fang des Velociraptors Blue, auch etwas zu kurz. Gerne hätte die Jury daher mehr Investment in die Dramaturgie erlebt, die der Originalität des Films sicherlich gut getanhätte. Letztlich aber ist JURASSIC WORLD 2: DAS GEFALLENE KÖNIGREICH ein gelungener Vertreter des Genres, der gekonnt auf der Klaviatur der Emotionen zu spielen weiß und seine Zuschauer über seine Spannungsbögen begeistern kann.




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