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Daniel Hope - Der Klang des Lebens
Daniel Hope - Der Klang des Lebens
© mindjazz pictures

Kritik: Daniel Hope - Der Klang des Lebens (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Daniel Hope – Der Klang des Lebens" ist der zweite Film des Regisseurs Nahuel Lopez. Schon in seinem Debüt ("El Viaje", 2012) stand ein Musiker im Zentrum: Ärzte"-Bassist Rodrigo Gónzalez. In dem Film begleitete Lopez den Bassisten bei einer musikalischen Reise durch dessen chilenische Heimat. Neben seiner Tätigkeit als Filmemacher, ist Lopez zudem noch als TV-Journalist und Autor tätig.

Nur ganz wenige klassische Musiker schaffen es, international beachtete Superstars der Szene zu werden. Daniel Hope ist so einer. Geprägt wurde er vor allem durch die Geschichte seiner Familie, die Vertreibung, Heimatverlust und Überlebensängste erfahren musste. Aus diesem Grund nimmt die Familiengeschichte auch einen wesentlichen Raum im Film ein. "Daniel Hope – Der Klang des Lebens" widmet sich ihr im Stile eines Roadmovies. Im Rahmen einer Reise zu früheren Wohn- und Aufenthaltsorten der Familie, ergründet der Violinist selbst seine eigene Geschichte und Wurzeln. Sowie die seiner Vorfahren.

Regisseur Lopez und der große Solist Hope statten u.a. der alten Familien-Villa in Berlin einen Besuch ab. Aber auch dem Haus in London, in dem Hope aufwuchs und viele Jahre verbrachte. Vom jetzigen Besitzer, einem Priester, erhält Hope Zutritt zum Grundstück und zum Haus. In einem ganz besonders emotionalen Moment des Films, steht Hope in einem Zimmer, in das er sich einst zum Violine-Spielen zurückzog. "Viele persönliche Erinnerungen stecken in diesem Zimmer", sagt er. In einem anderen Raum des Hauses schrieb sein Vater, ein bekannter Schriftsteller, seine Bücher. An dieser Stelle greift der Film ein Schicksal auf, das auch viele andere (jüdische) Künstler ereilte: Flucht, Vertreibung sowie die daran anschließende künstlerische Arbeit im Exil, fern von der Heimat.

Darüber hinaus berücksichtigt diese sehr intime dokumentarische Annäherung weiterhin die hohe Kunst des Porträtierten. Zu sehen sind z.B. beeindruckende Konzertaufnahmen, älteren sowie jüngeren Datums. Diese Bilder vermitteln einen Eindruck davon, wieso Hope zu den virtuosesten, fähigsten Künstlern an dem Instrument, gehört. Und: die Doku ergründet, wie Hopes Liebe zur Geige überhaupt ihren Anfang nahm. Besondere Bedeutung kommt hier Yehudi Menuhin zu. Heitere Anekdoten und spannende Einblicke in die Vergangenheit sowie die musikalische Sozialisation des Musikers, liefern Interviews mit Kollegen, Weggefährten und Familienmitgliedern, darunter auch sein Vater.

Fazit: "Daniel Hope – Der Klang des Lebens" vermengt intime dokumentarische Annäherung an den Wunder-Geiger Daniel Hope mit Versatzstücken eines klassischen Roadmovies. Der Film zeigt, wie Hope wurde was er ist und konzentriert sich dabei nicht nur auf seine Kunst sondern erzählt auch eine sehr persönliche Geschichte, die von Flucht, Vertreibung und Heimatsuche geprägt ist.




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