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Feierabendbier
Feierabendbier
© One Filmverleih © Substance Film

Kritik: Feierabendbier (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Feierabendbier" ist das Langfilmdebüt des 1980 in München geborenen Ben Brummer; das Drehbuch schrieb er zusammen mit Adrian Mikkat. Entstanden ist dabei eine Komödie, die gekonnt zwischen Slackerfilm, buddy movie und romcom changiert.

Mit seinem Kameramann Jakob Wiessner entwickelt Brummer atmosphärische Bilder, um den Alltag des Barkeepers Magnus in der schummrigen, titelgebenden Kneipe einzufangen. Am Tresen kommt es dank der skurrilen Figuren zu herrlichen Situationen mit reichlich Dialogwitz. Das Timing der Inszenierung sowie des Schauspiel-Teams stimmt – alles ist gewiss ein bisschen drüber; dennoch driftet das Personal nie gänzlich ins Karikatureske ab.

Dies liegt nicht zuletzt an der guten Besetzung: Tilman Strauss ("Lux – Krieger des Lichts") überzeugt als lethargischer Großstädter, der erkennen muss, dass er seine Prioritäten falsch gesetzt hat. Mit Johann Jürgens in der Rolle von Magnus' bestem Kumpel Dimi harmoniert Strauss ausgezeichnet; ebenso vermag die wendungsreiche Liebesanbahnung zwischen Magnus und der von Julia Dietze ("Iron Sky") charmant verkörperten Designerin Vivian, die in ihrem Atelier wohnt und sich ebenfalls recht orientierungslos durch den Tag und die Nacht bewegt, zu funktionieren. Zum heimlichen Star des Films avanciert indes Christian Tramitz als Tarot-Kartenleger Manfred, welcher sowohl mit astrologischen und oft derben Weisheiten als auch mit kühnen Motiv-Oberteilen (etwa einem unfassbar kitschig-bunten Katzen-Longsleeve) aufzuwarten weiß.

Neben den gelungenen, kammerspielartigen Sequenzen in Magnus' Lokal sind auch die Momente unterhaltsam, in denen sich der Protagonist bei der Suche nach dem Dieb seines Youngtimers sowie bei der Neuordnung seines Lebens aus seiner Komfortzone wagen muss. Die musikalische Untermalung trägt dabei zum positiven Gesamteindruck bei.

Fazit: Eine urbane Komödie mit witzigen Dialogen und spleenigen Figuren, die mit spürbarer Spielfreude interpretiert werden.




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