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Kritik: Mann im Spagat (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit seinem neuen Film macht Regisseur und Drehbuchautor Timo Jacobs da weiter, wo er mit seinem Erstling "Klappe Cowboy!" (2012) aufgehört hat: "Mann im Spagat" ist erneut eine absurde und quietschbunte Komödie, die zielsicher an allen Pointen vorbeierzählt. Seinen Humor bezieht der Film in erster Linie aus seiner ironisch-großkotzigen Attitüde sowie furchtlos vorgetragenem Nonsens.

In Form von markigen Sprüchen und großen Gesten spielt Jacobs dabei mit den Trivialmythen des Kinos und lässt etwa Westernklischees auf Berliner Alltagskultur treffen. Erfrischend ist dieser wilde Mix, weil er nicht den ausgetrampelten Pfaden des deutschen Kinos folgt, sondern tatsächlich etwas wagt. In ihren besseren Momenten erinnert die Komödie dann auch an das Werk von Jacobs' Entdecker Klaus Lemke.

Der Mut des Filmemachers und der seiner Darsteller, zu denen unter anderem auch Clemens Schick, Claude-Oliver Rudolph und Olli Schulz gehören, zahlt sich allerdings nicht in jeder Hinsicht aus. Denn so unverbraucht "Mann im Spagat" anfangs auch wirken mag, so schnell nutzt sich der Irrwitz der Produktion ab. So mancher mag in diesem Spaß samt liebevoll animiertem Vorspann Kultpotenzial oder eine treffsichere Satire auf Berliner Lebensentwürfe entdecken. Die meisten Zuschauer werden sich hier wohl aber eher mit einem großen Insider-Witz konfrontiert sehen, dessen Reiz ihnen entgeht.

Fazit: Timo Jacobs' Komödie verzichtet auf klassische Pointen und setzt furchtlos auf Nonsens und allerlei Absurditäten. Anfangs kann "Mann im Spagat" damit durchaus unterhalten, doch der Reiz des Films verfliegt allzu rasch und verliert sich zwischen markigen Sprüchen und so manchem Gastauftritt.




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