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Barbie - Magie der Delfine
Barbie - Magie der Delfine
© Just Bridge Entertainment

Kritik: Barbie - Die Magie der Delfine (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Pünktlich zum deutschen Kinostart macht der US-amerikanische Spielzeugriese Mattel mit Verlusten und sinkenden Aktienkursen Negativschlagzeilen. Im jüngsten Abenteuer seiner Vorzeigepuppe ist davon freilich nichts zu spüren. Selbst die Bösewichte sehen in Barbies heiterer Glitzerwelt aus, als könnten sie keiner Fliege etwas zuleide tun. So glatt, kontur- und ideenlos wie die Animation bleibt am Ende auch die Geschichte, die die beiden Regisseure Michael Douglas und Conrad Helten gemeinsam mit ihren Drehbuchautorinnen Jennifer Skelly und Kacey Arnold erzählen. Wobei "erzählen" angesichts der dünnen Handlung etwas zu hochgegriffen scheint.

Unvermittelt tauchen die Zuschauer in einen bonbonbunten Ozean ein, in dem sich neben Meerjungfrauen rosafarbene und türkisgrüne Tümmler tummeln. Die sind mindesten so niedlich wie die mitgebrachten Hundewelpen. Damit auch jeder gleich kapiert, worum es in Barbies Welt geht, plärrt Plastikpop das Motto des Films in den Kinosaal. "Dieser Tag wird wunderbar", lässt der erste Song wissen. "Die Sonne scheint, nun sehen wir klar. Auf Wolken zu schweben, ist ganz wunderbar. Nichts was uns noch Sorgen macht, kein Weg wird uns verbaut. Wir feiern, dass es kracht, und singen gern und laut." Noch Fragen?

Die Dramaturgie, wenn man sie denn so nennen möchte, folgt den eingangs gehörten Zeilen. Bis Barbie & Co. im letzten Akt ihr Abenteuer bestehen, haben sie reichlich Gelegenheit zu schwimmen, tauchen und singen, eine Pyjamaparty zu feiern, Sandwiches zu verputzen und Smoothies zu schlürfen. Es ist eine heile, aber auch eine heillos öde Luxuswelt mit exklusivem Strandbungalow und privatem Boot, die uns der Film präsentiert. Mit dem Alltag der meisten kleinen und großen Zuschauer_innen hat sie rein gar nichts zu tun. Solch einen Urlaub dürften sich nach dem Kinobesuch allerdings einige wünschen.

Immerhin geht es im Vergleich zu früheren Leinwandauftritten der schlanken Blonden einmal nicht um Mode. Blendend und gleichförmig sehen Barbie und ihre Schwestern aber auch dieses Mal aus. Welcher Beruf der Traumfrau ihr teures Leben finanziert, spielt übrigens keine Rolle. Ihr Charakter beschränkt sich darauf, zu allen Mitmenschen freundlich und stets auf alle Unwägbarkeiten vorbereitet zu sein. Dafür hat sie, wie jedes mitdenkende weibliche Wesen, extra eine zweite Zahnbürste (!) eingepackt. Lacher, (ernsthafte) Konflikte oder Spannung sucht man vergebens. Und so plätschert diese Animation ihrem Ende entgegen, das so seicht ist wie das Wasser, das diese Insel der Glückseligen umspült.

Fazit: "Barbie – Die Magie der Delfine" ist einfallsloses Heile-Welt-Kino ohne Ecken und Kanten. Die Geschichte und ihre Figuren bleiben so glatt und konturlos wie die billige Animation, die für die große Leinwand gleich ein paar Nummern zu klein ist.





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