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FBW-Bewertung: Johnny English - Man lebt nur dreimal (2017)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: In zweiten Fortsetzungen ist das Potential einer Geschichte oft ausgereizt und es gibt außer kommerziellen Erwägungen kaum Gründe, sie weiterzuerzählen. JOHNNY ENGLISH - MAN LEBT NUR DREIMAL ist da eine Ausnahme, denn hier wird die Geschichte vom tumben Agenten, den seine Ignoranz unbesiegbar macht, schlüssig und komisch weiter gedacht. Sieben Jahre nach dem letzten Teil ist JohnnyEnglish gealtert. Er wurde als Agent ausgemustert und arbeitet als Grundschullehrer in der englischen Provinz. Er ist daher auch ein durch und durch analoger Agent geblieben, wobei genau dieses Manko zu seiner Stärke wird, als bei einem Hackangriff auf den MI7 alle Agenten enttarnt werden. So kannJohnny English mit Pistole und Sportwagen noch einmal die Welt retten, und dabei steht ihm wacker sein Assistent Bough zur Seite. Es wurde offensichtlich viel Zeit und Arbeit in das Drehbuch gesteckt, und dies hat sich bezahlt gemacht. Der Film ist prall gefüllt mit komischen Wendungen, und Agentenfilme wie die James Bond Serie werden einfallsreich parodiert. So gibt es gleich zwei originelle Variationen von Autoverfolgungsjagden, bei denen es generell ja besonders schwer ist, noch einen neuen Dreh zu finden. Es gibt natürlich auch wieder eine Reihe von spektakulären Gadgets wie explodierende Wattestäbchen und einen Spezial Kletter-Anzug, die beide in den Händen von English zu spektakulär scheiternden Rohrkrepierern werden. Und passend zum Thema des Films ist der Gegenspieler des Agenten ein Technologiemagnat, dessen Waffe die Beherrschung der digitalen Netze ist. Die britische Premierministerin hält diesen jedoch nicht für das Problem, sondern die Lösung und natürlich ist diese Politikerin, die in allem absolut falsch liegt, in den Zeiten des Brexit auch eine satirische Karikatur. Emma Thompson spielt sie sehr komisch und mit den populistischen Gesten eines nur an seiner öffentlichen Wirkung interessierten Machtmenschen. Und Rowan Atkinson zeigt sich hier wieder als ein Meister der visuellen Komödie in der Tradition von Buster Keaton, Peter Sellers und Louis de Funés.



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