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Kritik: Silly - Frei von Angst (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der vom Bodensee stammende Sven Halfar begleitete Silly bei ihrer "Wutfänger”-Tour. Das gleichnamige Album erreichte 2016 die Top-Ten der deutschen Albumcharts. Es war nicht das erste Mal, dass sich der 45-jährige Regisseur, Produzent und Drehbuchautor mit der Band befasste: 2016 erschien bereits seine TV-Doku "Silly – Wutfänger". Das Thema "Musik" zieht sich dabei wie ein roter Faden durch Halfars Arbeiten: so produzierte er einst u.a. eine Doku über Peter Maffay fürs ZDF. Und sein Regie-Debüt "Yes I am" (2006) handelte vom Musikprojekt Brothers Keepers.

"Silly – Frei von Angst" ist ein Film von einem Fan für Fans. Ein Herzensprojekt des Filmemachers Halfar, der Silly bereits für die Fernseh-Dokumentation "Wutfänger" nahe gekommen ist. Genau davon profitierte er bei der Entstehung seiner Kino-Doku. Die Tatsache, dass sich Regisseur und Band sehr gut kennen und ungemein vertraut miteinander sind, sorgt für sehr intime Momente vor der Kamera. Die Bandmitglieder agieren unverstellt vor der Kamera und lassen sich von dieser auf und hinter der Bühne begleiten: bei den Proben, unmittelbar vor und nach Konzerten, beim Herumalbern während der Interviews.

Dies ist das große Plus des Films: die Vertrautheit zwischen den Bandmitgliedern und ihrem Regisseur ermöglicht erst diese ungeschönten, ehrlichen und authentischen Einblicke ins Innere von Silly. Technische Probleme bei Proben oder auch angeregte (aber sachliche) Diskussionen beim Entstehungsprozess der Musik, gehören da natürlich auch dazu. Mit einem anderen, "fremden" Regisseur wäre das Ergebnis vermutlich ein anderes, weniger intensives und persönliches, geworden. Zwischen den Interview-Passagen, den (handwerklich einwandfrei und rasant umgesetzten) Konzert-Szenen sowie den Momenten, die die Band hinter den Kulissen zeigen, wird auch zurückgeschaut: Aufnahmen aus den 80er-Jahren zeigen die legendäre, unter tragischen Umständen verstorbene, ehemalige Sängerin Tamara Danz.

Um sie geht es auch in den emotionalsten, bewegendsten Augenblicken im Film: wenn sich die Musiker ihrer erinnern und u.a. davon berichten, dass Band-interne Eifersüchteleien und Liebesbeziehungen, die Geschichte von Silly in den 80er-Jahren beinahe vorzeitig beendet hätten.

Fazit: Ungeschönter, intimer Einblick ins Innenleben einer der erfolgreichsten und legendärsten DDR-Rockbands, die seit 2006 als "gesamtdeutsche" Musikformation wieder große Erfolge feiert.





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